Make up Kabuki Style
"My bad habits" by Ed Sheeran
Eins zwei drei vier
Ooh Ooh
Jedes Mal, wenn du vorbeikommst, weißt du, dass ich nicht
nein sagen kann
Jedes Mal, wenn die Sonne untergeht, überlasse ich dir die
Kontrolle
Ich kann das Paradies spüren, bevor meine Welt implodiert
Und heute Abend hatte ich etwas Wunderbares
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu langen Nächten und
enden allein
Gespräche mit einem Fremden, den ich kaum kenne
Ich schwöre, das wird das letzte sein, aber wahrscheinlich
nicht
Ich habe nichts mehr zu verlieren oder zu benutzen oder zu
tun
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu großen Augen, die
ins Leere starren
Und ich weiß, dass ich die Kontrolle über die Dinge
verlieren werde, die ich sage
Ja, ich habe nach einem Ausweg
gesucht, jetzt kann ich nicht entkommen
Nichts passiert nach zwei, es ist wahr, es ist wahr
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Jede reine Absicht endet, wenn die guten Zeiten beginnen
Über alles fallen, um den ersten Funken zu erreichen
Angefangen unter Neonlicht und dann wurde es dunkel
Ich weiß nur, wie man zu weit geht
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu langen Nächten und
enden allein
Gespräche mit einem Fremden, den ich kaum kenne
Ich schwöre, das wird das letzte sein, aber wahrscheinlich
nicht
Ich habe nichts mehr zu verlieren oder zu benutzen oder zu
tun
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu großen Augen, die
ins Leere starren
Und ich weiß, dass ich die Kontrolle über die Dinge
verlieren werde, die ich sage
Ja, ich habe nach einem Ausweg gesucht, jetzt kann ich nicht
entkommen
Nichts passiert nach zwei, es ist wahr, es ist wahr
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Wir haben den weiten Weg zurückgelegt
Und brannte, bis der Spaß vorbei war, jetzt
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu langen Nächten und
enden allein
Gespräche mit einem Fremden, den ich kaum kenne
Ich schwöre, das wird das letzte sein, aber wahrscheinlich
nicht
Ich habe nichts mehr zu verlieren oder zu benutzen oder zu
tun
Meine schlechten Angewohnheiten führen zu großen Augen, die
ins Leere starren
Und ich weiß, dass ich die Kontrolle über die Dinge
verlieren werde, die ich sage
Ja, ich habe nach einem Ausweg gesucht, jetzt kann ich nicht
entkommen
Nichts passiert nach zwei, es ist wahr, es ist wahr
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Ooh-ooh, ooh-ooh
Meine schlechten Gewohnheiten führen zu dir
Quelle: Musixmatch
Songwriter: Ed Sheeran / Johnny Mcdaid / Fred Gibson
Songtext von Bad Habits © Sony/atv Songs Llc, Promised Land
Music Ltd.
"My bad habits" by Ed Sheeran
One, two,
three, four
Ooh, ooh
Every time
you come around, you know I can't say no
Every time
the sun goes down, I let you take control
I can feel the paradise before my world implodes
And tonight had something wonderful
My bad habits lead to late nights, endin' alone
Conversations with a stranger I barely know
Swearin' this will be the last, but it probably won't
I got nothin' left to lose, or use, or do
My bad habits lead to wide eyes starin' at space
And I know I'll lose control of the things that I say
Yeah, I was
lookin' for a way out, now I can't escape
Nothin' happens after two, it's truе, it's true
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
My bad
habits lеad to you
Every pure intention ends when the good times start
Fallin' over everything to reach the first-time spark
Started under neon lights and then it all got dark
I only know how to go too far
My bad habits lead to late nights, endin' alone
Conversations with a stranger I barely know
Swearin' this will be the last, but it probably won't
I got nothin' left to lose, or use, or do
My bad habits lead to wide eyes starin' at space
And I know I'll lose control of the things that I say
Yeah, I was lookin' for a way out, now I can't escape
Nothin' happens after two, it's truе, it's true
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
We took the
long way 'round
And burned
'til the fun ran out, now
My bad
habits lead to late nights, endin' alone
Conversations
with a stranger I barely know
Swearin' this will be the last, but it probably won't
I got nothin' left to lose, or use, or do
My bad habits lead to wide eyes starin' at space
And I know I'll lose control of the things that I say
Yeah, I was
lookin' for a way out, now I can't escape
Nothin' happens after two, it's truе, it's true
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
My bad
habits lead to you
Ooh-ooh,
ooh-ooh
My bad
habits lead to you
Quelle:
Musixmatch
Songwriter:
Ed Sheeran / Johnny Mcdaid / Fred Gibson
Songtext von Bad Habits © Sony/atv Songs Llc, Promised Land
Music Ltd.
Als Mutter noch Mehtér hiess.
Kurze Darstellung der Entstehung, Verbreitung und Entwicklung
der Europäischen Sprachen.
Alexander Jent, 2014
Inhalt:
Poppers
„begründete Hypothesen“. 2
Sprachrekonstruktion. 2
Fremdwort,
Lehnwort, Erbwort. 2
Lautverschiebung. 3
Unvergängliche
Namen. 3
Geheimnisvolles Baskisch. 3
Was
war vor den Indogermanen. 4
Wer
waren die Indogermanen. 4
Die
Sprache der Indogermanen. 5
Indoeuropäische
Wortgleichungen. 7
Ankunft
der Indogermanen. 8
Antike
Leitsprachen. 8
Keltische Sprachen. 10
Finno-ugrische Sprachen. 10
Ungarisch. 11
Finnisch 11
Estnisch 12
Rätoromanisch. 13
Kauderwelsch. 14
Rotwelsch. 14
Mattenenglisch. 15
Jenisch. 15
Jiddisch.
16
Romani und Sintitikes. 17
Zimbrisch. 19
Sprachwanderung und Vermischung. 20
Gräzismen (griechische Fremdwörter). 20
Arabismen. 21
Germanismen. 21
Deutsche Begriffe nach Gruppen
klassiert. 23
Internationale
Helvetismen. 24
Wortverdrehungen. 24
Unechte
Wortschöpfungen. 25
Falsche Freunde. 25
Die
„Unsichtbare Hand“. 26
Franglais. 26
Loi de Toubon. 27
Francisation. 27
Réimporte. 28
Moliere
vs. Shakespeare. 28
Anhang:
Makkaronische
Dichtung. 28
„Dunkelmänner-Briefe“. 29
„Der eingebildete Kranke“. 33
Protosprachen
und ihre Töchtersprachen. 35
Hörbeispiele. 36
Informations-Quellen. 36
Poppers „begründete Hypothesen“ .
Je
weiter zurück die Ereignisse liegen desto unschärfer und umso vielfältiger sind
die vorgeschlagenen Theorien zu den ursprünglichen Gegebenheiten.
Aber
seit Karl Popper wissen wir ja, dass jede Wissenschaft, die die reale Welt
beschreiben will – gleich ob Natur- oder Geisteswissenschaft –, nur induktiv
ist und nicht zu wahren Aussagen sondern nur zu begründeten Hypothesen führen
kann. In diesem Sinne ist die Rekonstruktion und Verwandtschaft von Sprachen
immer eine Hypothese und nie deduktiv "beweisbar".
Sprachrekonstruktion
Rekonstruktion bedeutet in der historischen Linguistik, dass aus belegten Wörtern einer bekannten Sprache andere Wörter einer sprachlichen Vorstufe erschlossen werden, die bis dahin nicht belegt und nicht bekannt waren. Meistens wird aus mehreren verwandten Sprachen Begriffe mit derselben Wortwurzel verglichen und daraus das Urwort abgeleitet.
Gesetzten Falls, das
Lateinische wäre verloren gegangen, ist es durchaus vorstellbar aus den Folgesprachen dem Italienischen, dem
Spanischen, dem Französischen und dem Rhätoromanischen durch Wortvergleiche, die
tote Sprache zu rekonstruieren.
Sicherheitshalber
werden in der Fachliteratur alle rekonstruierten Worte mit einem * bezeichnet.
Wird dem Sprachnamen ein Ur- vorgesetzt handelt es sich ebenfalls um eine rekonstruierte Sprache (z.B. Urindogermanisch).
Der Begriff „Indogermanisch“ ist nur im deutschsprachigen Raum gebräuchlich, im
übrigen Europa wird das Wort „Indoeuropäer“ bevorzugt, die beiden Bezeichnungen
sind aber absolut synonym. Der dänisch-französische Forscher Conrad Malte-Brun kreierte
1810 den Begriff „langues indo-germaniques“.
Fremdwort, Lehnwort, Erbwort.
Alle europäischen Sprachen wurden durch Fremdeinflüsse erweitert. Im Gegensatz dazu, haben sich Erbwörter aus früheren Sprachschichten erhalten (siehe Unvergängliche Namen).
Fremdwörter sind leicht als
solche zu erkennen, da sie mehr oder weniger wie in der originalen Gebersprache
geschrieben und ausgesprochen werden. Wogegen Lehnwörter nur nach genauer
Analyse erkannt werden können. Zum Beispiel das deutsche Fremdwort „Moneten“
kann über das Italienische „Moneta“, das
Spanische „monedas“, das französische „Monnaie“ einfach zum Wurzelwort dem lateinischen
„Moneta“ zurückverfolgt werden. Anders verhält es sich beim Lehnwort „Münze“,
obwohl es vom selben lateinischen Stammwort „Moneta“ abgeleitet ist, zeigt sich
die Abstammung erst nach dem Herauslösen des Phenoms (Wurzelsilbe) und dem
Einbezug der Lautverschiebungen und anderer Schriftreformen.
Lautverschiebung.
Die ersten Zeichen einer Lautverschiebung in der gesprochenen Sprache zeigen sich in der Schreibweise von Inschriften nach 500 v. Chr. In dieser Zeit stieg die indoeuropäische Sprache zum Germanischen auf. Von der neuen Sprechweise waren sowohl Vokale wie Konsonanten betroffen. So wandelte sich z.B. das griechische Wort κάνναβις „kánnabis“, im Urgermanischen nach der ersten Lautverschiebung in „*χanapiz“ um.
Die zweite Welle der
Lautverschiebungen wogte ca. 1000 Jahre später über Germanien hinweg. Diesmal
waren nur die Konsonanten von der Umlautung betroffen, so wurde z.B. aus P → F, aus T → S, aus D → T usw. Aus Schipp wurde Schiff,
aus slapen - schlafen, aus Peper -Pfeffer, dat wat eten zu das was essen, das
Timmer ist ein Zimmer und Vader wurde zu Vater.
Den Anstoss zu der neuen
Lautung soll vom regen Kontakt der Germanen mit den in Norditalien ansässigen Langobarden
herrühren. Die zweite Lautverschiebung brachte die erste Stufe des Hochdeutschen (Althochdeutsch) hervor.
Unvergängliche Namen.
Gewässer-,Orts-,Berg- und Flussnamen sind sehr resistent gegen Umbenennungen. Fremde Neusiedler übernahmen häufig von den verbliebenen Einheimischen die alten Benennungen, gelegentlich hängten sie noch ein Wort aus ihrer eigenen Sprache an. Die Vaskonen (vor-indogermanisches Volk) nannten Flüsse einfach „Fluss“: „*Ibara“ (durch Lautwandel dann zu *Ebara geworden). Als indogermanische Stämme in die vaskonischsprachigen Gebiete einwanderten, übernahmen sie zwar den ihnen nichtssagenden Flussnamen „*Ebara“, hängten aber ihre Bezeichnung für „Fluss“ „*aha“ an. Nichtwissend, dass der Fluss nun „Flussfluss“ hiess.
Der Name „Rhein“ geht
möglicherweise auf die indogermanische Wortwurzel „rei“ für „fliessen“ zurück.
Aus dieser Wurzel entstanden u. a. auch das deutsche Verb „rinnen“, das
altgriechische Verb „ῥέω“ (fliessen), das altindische „ritih“ (Strom)
und „rinah“ (fliessend), das lateinische „rivus“ (Fluss) – daraus dann spanisch
„rio“ und englisch „river“.
Im Eizugsgebiet des Rheins
haben sich folgende Bezeichnungen für den Fluss erhalten: rätoromanisch „Rein“,
alemannisch „Rhy“, französisch „Rhin“, vorderpfälzisch „Rhoi“, südpfälzisch „Rhei“,
lëtzebuergesch (luxemburgisch) „Rhäin“, ripuarisch (Plattdeutsch) „Rhing“,
niederländisch, niederdeutsch „Rijn“, friesisch „Ryn“. Die Kelten nannten den
Fluss „Rhenos“, die Römer „Rhenus“. Möglicherweise wurde der Name zuerst von
der vorrömischen Bevölkerung im Quellgebiet des Rheines benutzt und dann von
Kelten und Römern übernommen. Der Name könnte aber auch von den Kelten selbst
eingeführt worden sein.
Geheimnisvolles Baskisch.
Baskisch ist eine „isolierte Sprache“, das heisst sie lässt sich in keine Sprachfamilie einordnen. Trotz unzähligen Versuchen, auch mit exotischen Sprachen, wie die der nordafrikanischen Berber, den mittelamerikanischen Indianern, der Sino-Tibetischen Bergbevölkerung und den Kaukasischen Nomaden fanden die Linguisten keine über Zufälligkeiten hinaus gehende Übereinstimmung mit dem Baskischen. Als eine frühe Form des Baskischen kann das „Aquitanische“ (Südfrankreich) gelten, das aber nur in etwa 500 Personen- und Götternamen auf lateinisch geschriebenen Grab- und Weihinschriften überliefert ist. Trotz der verhältnismässig wenigen Artefakte wurden überraschend viele lexikalische (wörtliche) Übereinstimmungen mit dem heutigen Baskisch festgestellt. So etwa: aquitanisch nesca „Wassernymphe“, baskisch neska „Mädchen“.
Das uralte 20 er Zählsystem (Vigesimal) bei dem
nicht nur die Finger, sondern auch die Zehen mitgezählt werden, hat sich
zumindest in den Zahlwörtern erhalten (auch im Französischen sind Reste des
Vigesimal-System noch vorhanden: quatre-vingts).
Im Mittelalter konnte sich das ländliche schriftlose Baskische nur schwer gegen die aufstrebenden romanischen Schrift- und Kultursprachen behaupten. Heute ist Baskisch das letzte lebende Bindeglied zu den vor-indogermanischen Sprachen.
Hörprobe Baskisch: http://youtu.be/I9Fw82uYw14
Was
war vor den Indogermanen.
Vor ca. 40.000 Jahren besiedelte der aus dem Osten kommende Homo sapiens Europa. Der autochthone (alteingesessene) Neandertaler wurde von den in allen Dingen überlegenen Neusiedlern verdrängt (Trotzdem hat jeder Europäer 3-5% Neandertaler-Gene in seiner Gen-Helix, folglich fanden Liebesbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Spezies statt). Das Ostvolk brachte auch eine ausgereifte Sprache mit nach Europa, die wahrscheinlich ein Vorfahre der Baskischen Sprache ist.
Vor 20.000 Jahren
überdeckte eine dicke Eisschicht Teile von Europa. Der Rest war eine
lebensfeindliche Kältetundra, einzig das Gebiet um die Pyrenäen war noch
fruchtbar und beherbergte noch jagdbares Wild. Dort im Land der Basken, drängte
sich nun die europäische Restbevölkerung und wartete auf besseres Wetter. So
hatten sie Zeit und Muse die bekannten Höhlen von Altamira, Las-caux und von Dordogne
zu bemalen.
Nach vielen Generationen hellte sich
der Himmel auf und es wurde wieder wärmer. Die
Gletscher zogen sich langsam zurück und aus der kargen Tundra wurden wieder
Wiesen und Wälder. Die Würm-Eiszeit (115.000 bis 10.000 v. Chr.) war vorbei (Traditionell
werden Eiszeiten nach Flüssen benannt, die Würm fliesst durch Bayern).
Die Vaskonen, wie die
Alteuropäer seit den Römern (lat. Vascones)
genannt wurden, brechen vor etwa 10.000 Jahren von den Pyrenäen auf und
verteilen sich wieder auf dem ganzen Kontinent. Man darf annehmen, dass nach
dem engen Zusammenleben über 10.000 Jahre, sich eine Einheitssprache entwickelt
hat, deren Nachfolgesprache das Baskische sein könnte.
Wer
waren die Indogermanen.
Die indogermanischen Stämme lebten als Halbnomaden im Gebiet zwischen dem Schwarzen- und dem Kaspischen Meer. Sie gehörten zum Kreis der Schnurkeramik-Kultur (Die Schnurkeramik ist nach der charakteristischen Gefässverzierung benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den Ton eingedrückt wurden). Die Schnurkeramik-Kultur verdrängte die jungsteinzeitliche Trichterbecher-Kultur der Vaskonen (Alteuropäer).
Der indogermanische
Wortschatz deutet auf eine eher feudale, patriarchalisch geschichtete
Gesellschaft hin.
Ihre Toten beerdigten die
Indogermanen mit angezogenen Beinen unter aufgeschütteten Grabhügeln, Männer
lagen auf ihrer rechten Seite, Frauen auf der Linken, ihr Kopf hat
„Blickrichtung“ Osten, Männer schauen nach Westen. Grabbeigaben waren
Schmuckgegenstände und Geschirr bei Frauen, Männern legte man ihre Streitaxt
bei. Wichtige Persönlichkeiten nahmen auch ihr Pferd mit ins Grab.
Die Indogermanen
beherrschten den Ackerbau mit Pflug, die Viehzucht, und sie hatten bereits Karren
mit Speichenrädern. Auch das Kaltschmieden von Kupfer gehörte zu ihren Fähigkeiten.
In Europa gab es nur an
sehr wenigen Orten kleine Wildpferd Herden, in den kaukasischen Steppen
hingegen lebten Pferde in grossen Verbänden, den Indogermanen gelang die
Domestizierung und Nutzbarmachung der Wildpferde. Weiter hielten sie grosse
Herden von Ziegen, Schafen und Rindern.
Auch Milchwirtschaft
beherrschten die indogermanischen Bauern, was aber wegen der allen Menschen
angeborenen Laktoseintoleranz im Erwachsenenalter zu Problemen führte (die
Evolution richtete die Laktoseintoleranz wohl ein, um die Abgewöhnung von
Kindern zu erleichtern und um dem Milchraub durch Erwachsene zu verhindern).
Aus Gentests wissen wir,
dass die Alteuropäer erst noch einen Erbfortschritt machen mussten bis sie
Milchzucker verdauen konnten. Dieser völkerübergreifende Prozess ist augenscheinlich
immer noch im Gange, nur im nördlichen Europa lebende, erwachsene Einheimische sind
praktisch durchgehend Laktose tolerant (Schweden 98%), weiter südlich nimmt die
Toleranz deutlich ab (Südfrankreich 35%), in Deutschland liegt die Rate bei 85%.
Genanalysen an Skeleten aus der Jungsteinzeit haben ergeben, dass östlich von
Dänemark die ersten beschwerdefreien Milchtrinker lebten. Özi (ca. 3.000
v.Chr.) war noch Laktoseintolerant.
Die Sprache der Indogermanen.
Durch vergleichende Sprachforschung entdeckte William Jones (Indologe) bereits Ende des 18. Jahrhunderts, dass viele Sprachen in Europa und dem Vorderen Orient von einer gemeinsamen Ursprache abstammen müssen. Sowohl für Sanskrit, aus dem alle nachfolgenden indischen Sprachen und Dialekte (Hindi-Urdu, Bengali usw.) hervorgegangen sind, wie auch für alle europäischen Sprachen (ausser Ungarisch, Finnisch, Baskisch, Estnisch) ist die indogermanische Sprache die Matrix.
Bei den Sprachbildungsprozessen kämpften jeweils das Substrat („Sub“: unter „stratum: Schicht) gegen das Superstrat des Indogermanischen. Das heisst, die bestehende unterlegene Sprache behält gewisse Begriffe oder Betonungen usw. bei, bis die neue, überlegene Sprache sie übernimmt. So kreierten letztendlich beide Teile die neue Sprache, was auch die Vielfalt der indogermanischen Sprachen erklären könnte.
Es wird angenommen, dass das Indogermanische anfänglich „melodisch“ später „dynamisch“ geklungen hat. Betont wurde die erste Silbe, erst im Germanischen entwickelte sich die Erstsilbenbetonung zum späteren Prinzip der Stammsilbenbetonung weiter.
Indogermanisch war eine stark flektierende (beugende) Sprache. Die Beugung bezog sich auf einen Laut in der Wurzelsilbe, d.h. er konnte ausgetauscht werden, was eine grössere Freiheit im Satzbau und in der Wortbildung ermöglichte. Einzig im Färöischen, Isländischen und im Deutschen sind noch alle sieben Fälle aus dem Indogermanischen in Gebrauch.
Beispiel:
Brich (dir kein Bein!)
Brech’ (… ich’s mir doch, so …)
Brach (ich’s mir halt).
Gebrochen (hab’ ich’s mir)
Bruch (mir zugezogen –)
Brüche (bzw. gleich mehrere)
Bräche (ich’s mir also nicht: wär’s besser!)
Mit
über 3 Milliarden Muttersprachlern, werden die indogermanischen Sprachen von weitaus
am meisten Menschen gesprochen (USA, Südamerika, Kanada, Australien, Indien,
Südafrika, Europa usw.).
Indoeuropäische Wortgleichungen.
Auf der nächsten Seite sind einige wenige lexikalische Beispiele aufgeführt, die deutlich die enge Verwandtschaft unter völlig verschiedenen indogermanischen Sprachen aufzeigen.
Ankunft der Indogermanen.
Zwischen 4000 und 3000 v. Chr. tauchten die ersten Indogermanen in Mitteleuropa auf. Die Alteuropäer lebten noch von der Jagd und dem Sammeln, sie hausten in kleinen Gruppen auf Waldlichtungen, wahrscheinlich in einer egalitären Sozialordnung mit matrilienear Struktur, worauf eine grosse Zahl weiblicher Figuren hinweist, die als Fruchtbarkeitsgöttinnen oder Stammesmütter gedeutet werden.
Die erste weitgehend
friedlich verlaufene Invasion der Indogermanen, wird als die „agrarische“
bezeichnet. Die alteuropäischen Sammlerinnen bestaunten das Wunder des
Ackerbaus, die Jäger das Schmieden des Kupfers. Bald vermischten sich die sich fremden
Ethnien, nicht nur sprachlich.
Die zweite, „militärische“ Invasion der Indoeuropäer, scheint wesentlich weniger friedlich verlaufen zu sein. Die autochtone Bevölkerung von Griechenland, die Pelasger, die eine hochentwickelte Kultur hatten, leisteten nach Kräften Widerstand gegen die in fast allen Bereichen überlegenen Invasoren.
Unter Athen befindet sich
eine ausgedehnte Brandschicht, die sich auf das Jahr 2200 v. Chr. datieren
lässt. Genauso muss Troja im selben Jahr durch eine Brandkatastrophe zerstört
worden sein. Zur selben Zeit stand ein indogermanisches Heer in Griechenland,
ausgerüstet mit den modernsten Waffen, wie Pferde mit Streitwagen. Es war wohl
kein langer Kampf gegen die schwachen pelasgischen Stadtstaaten.
Die indogermanischen
Eroberer werden von den meisten Historikern als Proto-Griechen eingeordnet, aus
der Vermischung mit der mittelmeerischen Vorbevölkerung entstanden die frühen
Griechen bzw. die Achäer und die mykenische Kultur. Während dieses Prozesses
entwickelte sich auch die Vorläufersprache des Griechischen.
„Aus
der Vermischung von Indogermanen und nicht-indogermanischer Urbevölkerung sowie
durch isolationsbedingte Differenzierung entwickelten sich die verschiedenen
indogermanischen Volks- und Sprachgruppen, wie z. B. die Kelten, Germanen,
Slawen, Italiker, Griechen, Iranier, Indoarier, Balten, Armenier, Thraker,
Hethiter, Illyrer, Tocharer und andere“. (Marija Alseikaitė Gimbutas: Die
Ethnogenese der europäischen Indogermanen.1992.)
Antike Leitsprachen.
Griechisch und Latein waren die beiden grossen
Kultursprachen der Antike, die bis in die Neuzeit Europa beeinflussen. Die
medizinische Nomenklatur besteht fast durchwegs aus lateinischen (ca.400) und
griechischen (ca.200) Begriffen. Unzählige Fremd- und Lehnwörter unterstützen
alle europäischen Sprachen in einem präzisen Ausdruck und in der
Wortneuschöpfung. Manchmal tauchen sogar beide Sprachen in einem Wort auf, wie
in Tele-vision (gr.-lat.), Auto-mobil (gr.-lat.) Homo-sexualität (gr.-lat.)und
weitere.
Die Vorläufersprachen des Griechischen
entstanden nach der feindlichen Übernahme der pelasgesischen Stadtstaaten durch
die indoeuropäischen Streitkräfte. Gleichzeitig stellten die Indoeuropäer die
spätere griechische Bevölkerung. Über die Substratsprache ist sich die
Sprachforschung uneinig, über einen Zusammenhang mit der minoischen Sprache
Kretas wird spekuliert.
Mit Ausnahme der aramäischen und der
chinesischen Sprache ist keine andere lebende Sprache über eine so lange Zeit
schriftlich überliefert (über 3400 Jahre). Ellinikó Alfávito (Ελληνικό αλφάβητο)
ist die Schrift, in der die griechische Sprache seit dem 9. Jahrhundert v. Chr.
geschrieben wird. Das Alphabet kam von den Phöniziern, wurde von den Griechen
vervollständigt, an die Römer weitergegeben und verbreitete sich dann in ganz Europa.
In griechischer Sprache beginnt die europäische
Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Bedeutende Werke der Weltliteratur wie
die homerischen Epen, die grossen Dramen von Aischylos, Sophokles und
Euripides, die philosophischen Schriften von Platon und Aristoteles oder das
Neue Testament sind auf Griechisch verfasst.
Latein entwickelte sich aus der Sprache der
bereits indogermanisierten Latiner, die einen Stamm der Italiker bildeten, und
die im Latinum (Lazio) mit der Hauptstadt Rom lebten. Die frühesten Zeugnisse
reichen bis ins 5. oder 6. vorchristliche Jahrhundert zurück (Frühlatein), ab
dem dritten vorchristlichen Jahrhundert liegen längere Texte vor (Altlatein),
ihre volle Ausformung in der Gestalt des heute vor allem bekannten und
gelehrten klassischen Lateins erreichte die (Schrift-)Sprache im ersten
vorchristlichen Jahrhundert. Während sich aus der gesprochenen Umgangssprache,
dem sogenannten Vulgärlatein, die romanischen Sprachen entwickelten.
Entstehung des ABC
Fremdarbeiter aus Kanaan (Palestina) in
ägyptischen Diensten begegneten Hieroglyphen die sie jedoch nicht deuten
konnten. Sie merkten sich aber die Phonetik mit der die Ägypter die einzelnen Hieroglyphen bezeichneten. Zur besseren Lernbarkeit des
Gesprochenen, entnahmen sie den Hieroglyphen ein markantes Zeichen und abstrahierten
es zu einem Buchstaben. So entstand zum Beispiel aus einem Profil das R, aus
Wellenlienen das M und das A aus einem Dach. Damit übersetzten sie das logografischen
Systemen der Hieroglyphen in eine phonographische Schrift.
Die Phönizier gaben die Lautschrift ihrem Handelspartner
Griechenland weiter, dieser den Etruskern und diese teilten sie mit den Römern.
Im phönizischen ABC, dem die Griechen die
fehlenden Vokale anstelle nur im Phönizischen notwendigen Laute beifügten
(deshalb sind die Vokale verstreut im Alphabet), stehen die Buchstaben I und V
gleichzeitig für die Vokale i, u und die Konsonanten j, v. Das Wort iuventus
(Jugend) wurde folglich IVVENTVS geschrieben. Bis fast zum Untergang von
Westrom bestand die lateinische Schrift ausschliesslich aus Majuskeln
(Grossbuchstaben), erst mit der Weiterentwicklung der Schrift von der Unziale
zur Halbunziale hielten Minuskeln (Kleinbuchstaben) Einzug in die lateinische
Schrift.
Der Vielschreiber Kaiser
Claudius (41–54 n.Chr.) (Römische Geschichte, 20 Bände Etruskische Geschichte, 8
Bände Karthagische Geschichte, 40 Bände Friedenspolitik, 8 Bücher über sein
eigenes Leben, leider fast alles verloren), führte auch eine Schriftrevision durch,
er setzte drei neue Schriftzeichen in das noch von den Phöniziern entwickelte
Alphabet. Weiter führte er einen Punkt nach jedem Wort ein, da das Altlatein
ohne Abstände zwischen den Wörtern geschrieben wurde, also eine echte
„Schnüerlischrift“. Seine Änderungen hielten aber nicht über seinen Tod hinaus.
Im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“
war Latein selbstverständlich Amtssprache, wie auch in Vatikan Stadt.
Bis zum heutigen Neulatein durchlief die antike
Sprache folgende Entwicklungsstufen:
Frühlatein bis 240 v. Chr./ Altlatein 240–75 v.
Chr./ Klassisches Latein 75 v.Chr.–1. Jh. / Spätlatein 2.–8. Jh./ Mittellatein 9.–15.
Jh./ Humanistisches Latein 15.–17. Jh./ Neulatein17. Jh. bis heute.
Das Latein der römischen Schriftsteller blieb auch
als tote Sprache bis in die Neuzeit die führende Sprache der Literatur,
Wissenschaft, Politik und Kirche. Gelehrte wie Thomas von Aquin, Petrarca,
Erasmus, Luther, Kopernikus, Descartes oder Newton haben ihre Werke in Latein
verfasst.
Hörbeispiel:
Alt Griechisch http://youtu.be/Q3uo_08EIbc
Klassisches Latein: http://youtu.be/6_IPqniaZR0
Keltische Sprachen.
Keltisch ist eine Sprache innerhalb der
indogermanischen Sprachfamilie und selber Mutter vieler Töchtersprachen wie dem
Irischen, Schottisch-Gälischen, Walisischen, Bretonischen usw. Es wird zwischen
festland- und inselkeltischen Sprachen unterschieden. Das ältere
Festlandkeltisch umfasst das Gallische, das Keltiberische, das Lepontische und
das Galatische, alle diese Sprachen sind ausgestorben. Auf dem europäischen
Festland lebt nur noch in der Bretagne eine keltische Sprache, allerdings ein
Abkömmling der inselkeltischen Sprachen (Kornisch), die bei einer Massenflucht
aus Cornwall nach nord-west Frankreich gelangte. Noch etwa 250 000 Menschen
verstehen die bretonische Sprache, aber die meisten bretonischen
Muttersprachler sind über 60 Jahre alt. Die UNESCO klassifiziert das Bretonische
als „Ernsthaft gefährdete Sprache“.
Anders auf den Britischen Inseln und in Irland,
immerhin sprechen noch 700 000 Briten Walisisch, ca. 60.000 Schottisch-Gälisch.
Mit Kornisch (Cornwall) und Manx (Isle of Man) läuft seit längerem ein
Wiederbelebungsversuch, an dem sich fast 6.000 Personen beteiligen.
An der Westküste Irlands wird fleckenweise noch
von ca. 70 000 Personen Irisch-Gälisch gesprochen, zudem haben 1,6 Millionen
Iren Gälisch als Fremdsprache erlernt.
Hörbeispiele:
Bretonisch http://youtu.be/s47ljbRd3k8
Gälisch-Irisch http://youtu.be/oE3e_AEbHJ4
Gälisch-Schottisch http://www.youtube.com/watch?v=6kZuBzY1iHc
Manx http://www.youtube.com/watch?v=N92tMYPHZ-A
Cornish http://www.youtube.com/watch?v=-boCJhBxyYE
Finno-ugrische Sprachen.
Ausser dem vorindogermanischen Baskisch
sind die Finno-ugrische Sprachen Ungarisch, Finnisch und Estnisch die einzigen
nicht indogermanischen Sprachen in Europa. Die Sprachen entstammen dem
Proto-Uralischen, wegen des hohen Alters (6-7.000 Jahre) ist es schwierig den
genauen Ausgangspunkt der Sprache zu finden. Man nimmt allgemein an, dass sie
im zentralen oder südlichen Uralgebiet mit einem Zentrum westlich des
Gebirgszuges zu lokalisieren ist. Vor ca. 5.000 Jahren trennte sich das
Finno-ugrische vom Uralischen und zog westwärts.
Ungarisch.
Wohl bereits 1000 v. Chr. kann man die
Trennung des Ungarischen von den ugrischen Sprachen ansetzen. Die Ungarn
(Selbstbezeichnung Magyaren) zogen seit 500 n. Chr. zusammen mit türkischen
Stämmen westwärts und erreichten und eroberten das schwach besiedelte
Karpatenbecken 895 n. Chr.
Der früheste erhaltene Text in
ungarischer Sprache ist die „Leichenrede” (halotti beszéd) vom Ende des 12. Jahrhunderts.
Als nicht indogermanische Sprache
benötigt das Ungarische ein erweitertes Alphabet. Zusätzlich enthält es die Digraphen:
cs, dz, gy, ly, ny, sz, ty, zs und der Trigraph: dzs, als eigene Buchstaben.
Weiter zählen auch Ö, Ő, Ü und Ű, im Gegensatz zum Deutschen, als Buchstaben
des Alphabets. Dafür verzichtet das Ungarische auf die vier Buchstaben: Q, W,
X, Y, die höchstens mal in Fremdwörtern oder alten Familiennamen vorkommen. So
erreicht das ungarische Alphabet, je nach Zählweise, 40 oder gar 44 Zeichen.
Hörbeispiel: http://youtu.be/vWfWTxvu_8U
Finnisch.
Suomi (Eigenbezeichnung) ist eine recht
junge Sprache. Zwar liegt die Entstehung der Ursprache (Uralisch) schon 6-7.000
Jahre zurück, aber durch fast fortlaufende Fremdherrschaft (Schweden 12 Jrh.-
1806, Russland 1809- 1917) wurde das Finnische unterdrückt, gleichzeitig
schlichen sich mehrheitlich schwedische, aber auch russische Fremdwörter ein.
Zudem beeinflussten schon in prähistorischer Zeit germanische und baltische
Sprachen das Finnische.
Erst nachdem Finnland 1809 als Grossfürstentum
Finnland unter die Herrschaft des russischen Zaren gekommen war, begann sich
ein finnisches Nationalbewusstsein zu entwickeln. Es formierte sich eine als „Fennomanen“
bezeichnete Bewegung, die die finnische Sprache zur Kultursprache entwickeln
wollte. Im frühen 19. Jahrhundert fehlten der Sprache hierfür aber noch alle
Voraussetzungen. Die Grammatik war nie systematisch erfasst worden, und der
Wortschatz spiegelte das Alltagsleben der bäuerlichen Landbevölkerung wider,
entbehrte aber fast aller für Verwaltungs- und Kulturzwecke erforderlichen
Vokabeln.
Der in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts begonnene Aufbau eines finnischsprachigen Schulwesens führte bis
zur Jahrhundertwende zur Bildung einer gebildeten finnischsprachigen
Bevölkerungsschicht, und bis zum zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hatte
sich Finnisch zu einer vollwertigen Kultursprache entwickelt. In diesem
Zusammenhang wurden zahlreiche Wörter geschaffen, die in der finnischen Sprache
bis dahin nicht existiert hatten. Den Idealen der finnischen Nationalbewegung
folgend, wurden die neuen Wörter dieser Zeit fast ausnahmslos nicht durch
Lehnwörter, sondern gänzlich neu gebildet, oft durch Abwandlungen alter
finnischer Wörter. So entstanden Begriffe wie „tietokone“,
wörtlich „Wissensmaschine“ für Computer oder „puhelin“ von puhua (sprechen) für
„Telefon“. „Kielitoimisto“, eine staatliche Kommission gibt regelmässig
Empfehlungen ab, welche finnischen Äquivalente es zu den neu aufgetauchten
Fremdwörtern gibt.
Im Finnischen unterscheiden sich die
geschriebene und gesprochene Sprache deutlicher voneinander als in den meisten
anderen europäischen Sprachen. Die Unterschiede sind sowohl lautlicher als auch
grammatikalischer Natur.
Hörbeispiel: http://youtu.be/KbfV8vcnKFE
Estnisch.
Estnisch (Eigenbezeichnung: eesti keel)
ist die dritte finno-ugrische Sprache in Europa. Das Estnische ist mit dem
Finnischen eng verwandt, nur eine entfernte Verwandtschaft besteht zur
ungarischen Sprache. Prägend für das Estnische war die Besetzungszeit im 19.
und 20. Jahrhundert durch Dänen, Schweden, Deutsche und Russen. Vor allem die
Zeit unter der Russischen Herrschaft von 1721 bis 1918 hinterliess Spuren. Um
ein gestärktes Nationalbewusstsein und Bestrebungen nach kultureller Autonomie zu
unterbinden, fand eine gezielte Russifizierung statt.
Als das Land 1918 seine Unabhängigkeit
erlangt hatte, folgte in sprachpolitischer Hinsicht ein bedeutender Wandel. Doch
schon nach dem 2. Weltkrieg fiel Estland wieder unter russische Gewalt. Die
Sowjetunion unterdrückte die finnische Kultur, wie dereinst die Zaren, durch
ihre Politik einer radikalen Russifizierung. Zehntausende Esten wurden durch
die rote Armee deportiert und im Gegenzug wurden ethnische Russen in Estland angesiedelt.
So sank die Zahl der Esten von 88 %
vor Kriegsbeginn auf 61,5 %
im Jahre 1989, während die Zahl der Bürger mit ostslawischen Muttersprachen im
gleichen Zeitraum von 8,2 %
auf 35,2 % stieg.
Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 kam es zu Spannungen zwischen der neuen estnischen Regierung und der russischsprachigen Bevölkerung um den Status der ehemaligen Okkupanten. Die tolerante estnische Gesetzgebung erlaubte der russischen Minderheit entweder nach Russland zurückzukehren, die estnische Staatsbürgerschaft zu beantragen oder als Staatenlose unbefristet im Land zu verweilen. Die Bestrebungen der Regierung, möglichst viele der 2007 noch 130.000 Staatenlosen einzubürgern und die Kenntnis der estnischen Sprache zu verbreiten, führen nur langsam zu Ergebnissen. Jedoch ist festzustellen, dass 1989 etwa 67 % der Bevölkerung Estnisch beherrschten, 2008 aber bereits 82 %.
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=8RIuILWJHQs
Rätoromanisch
„Verwilderte“ Etrusker sollen die Räter gewesen
sein, die vor der keltischen Invasion (400 v. Chr.) der Poebene in die Alpen
geflohen waren. Es könnte aber auch, wie Theodor Mommsen der Altvater der
modernen Geschichtsforschung meint, umgekehrt gewesen sein; „die Etrusker seien
vielleicht sogar eher „zivilisierte Räter“ gewesen, als dass letztere „verwilderte
Etrusker“ gewesen wären“.
Es braucht einen kräftigen Spiritus asper (rauer
Hauchlaut) um „Rhaitoí“ Griechisch richtig auszusprechen. Dieses Urwort ist seit
dem 2. Jahrhundert die Bezeichnung für das unbekannte Bergvolk. Wer Rhätien mit
h schreibt (Rhätische Bahn) übernimmt den griechischen Wortstamm, das
lateinische Folgewort „Raetia“ wird ohne h geschrieben.
Neuste archäologische Forschungen haben ergeben,
dass zwischen der etruskischen und der rätische Sprache eine enge
Verwandtschaft besteht, somit ist auch das Rätische, wie das Etruskische, keine
indoeuropäische Sprache.
Nach dem siegreichen Alpenfeldzug 15 v. Chr. legte
sich die lateinische Superstrat-Sprache über die einfachen, bäuerlichen Altsprachen
die in der Abgeschiedenheit der Bergtäler Jahrhunderte unverändert bestand
hatten. Prägend für die unterlegenen vorrömischen Substrat-Sprachen waren das
von den Soldaten gesprochene Vulgärlatein. In den schwer zugänglichen
Alpentälern wird sich der Sprachwandel zwar über Jahrhunderte hingezogen haben.
Trotzdem konnten sich in den romanisierten Sprachen nur noch wenige Erbwörter
der Altsprachen behaupten.
Der fröhliche Gruss der Rätoromanen „Allegra!“ ist
die übrig gebliebene Kurzformel des ursprünglichen „Cha Dieu ans allegra!“ (möge
Gott uns erfreuen!).
„Lingua materna“ ist die inoffizielle Hymne der Engadiner und
Münstertaler Rätoromanen.
Tschara lingua da la mamma, tü sonor rumantsch ladin,
tü fawella dutscha lamma o go t`am eu sainza fin!
In teis suns, gur eir in tschüna m`a la mamma tscharezza,
e tschanzuns dell Endschadina nell`uralia m`a tschanta,
e tschanzuns dell Endschadina nell uralia m`a tschanta.
Liebe
Sprache der Mutter, du wohlklingendes Romanisch des Engadins,
du
süsses, weiches Sprachvermögen, oh wie liebe ich dich ohne Ende.
Als ich
in der Wiege lag, hat mich die Mutter in deinen Klängen
geherzt
und hat mir Engadinerlieder in die Ohren gesungen.
Gesungene
Version:
Kauderwelsch.
Über die Herkunft des Begriffs „Kauderwelsch“
(abwertende Bezeichnung für eine verworrene Sprechweise, für ein
unverständliches Gemisch aus mehreren Sprachen oder eine unverständliche fremde
Sprache) gibt es verschiedene Hypothesen. Luther bezog das Wort auf die
Rätoromanen (der Chauderwelschen oder Churwallen kahle Glossen), so dass es
ursprünglich die „welsche Sprache der Einwohner von Chur, Churwelsch,
Churer-Welsch“ bedeutet. Chur war bis Mitte des 15. Jh. romanischsprachig (Welsch)
und wurde dann erst nach und nach germanisiert. Vor allem in der Phonation kann
man heute noch deutlich das Romanische der Substratsprache heraushören. Der
Begriff „Kauderwelsch“ nahm dann schrittweise die allgemeine Bedeutung
„unverständliche Sprache“ an.
Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=-FGxhNBzDfA
Rotwelsch.
Rotwelsch ist ein Sammelbegriff für sondersprachliche
Soziolekte gesellschaftlicher Randgruppen auf der Basis des Deutschen. Der
Rotwelsche Jargon setzt sich vor allem aus Jiddisch, Romani (Roma), Sintitikes
(Sinti), Niederländisch, Französisch und Umdeutungen deutscher Wörter zusammen.
Von der ehemaligen „Gaunersprache“ haben es über 70 Wörter in den Duden
geschafft:
Wolkenschieber: „bettelnder
Handwerksbursche“
Schocher, Schokelmei: „Kaffee“, von
jidd. schocher majim „schwarzes Wasser“
Schmuh: „Profit, unredlicher Gewinn,
Pfusch“.
Stachelinus, Stachelingo: „Igel“
schinageln: „arbeiten“ von jidd. schin-
(„Schub-“) und jidd. agolo „Karre“.
Polente: „Polizei“.
Model, Maudel, Mudel, Muldel: „Frau,
Mädchen“
Muss: „Mädchen, Frau, Dirne“, von dt.
Mutze, „Vulva“, oder dt. Musche, „Hure“.
Stenz: „Stock, Prügel“, auch „Zuhälter,
Penis“
Kober: „Wirt“, von jidd. kowo, kübbo
„Schlafkammer, Bordell, Hütte, Zelt“; davon auch ankobern „anmachen, Freier
aufreissen“
kaspern: „reden“ fechten: „betteln“ Bulle:
„Kriminalbeamter, Polizist“
Bock: „Hunger, Gier“, von romani bokh
„Hunger“, daraus auch dt. umgangssprachlich: Bock haben „Lust haben“.
baldowern: „auskundschaften“, von jidd.
baal „Mann“, und jidd. dowor „Sache, Wort“.
Bibberling: „kalte Jahreszeit“; Hitzling:
„warme Jahreszeit“ (kein Frühling/Herbst)
Indem die Sprecher durch den Erwerb der
Sondersprache zu Mitgliedern der Sprachgemeinschaft werden und sich
untereinander als Mitglieder einer Gruppe von Eingeweihten zu erkennen geben,
besitzt das Rotwelsche ausserdem eine besonders bei sozial ausgegrenzten
Gruppen wichtige identitätsbildende und integrative, den Zusammenhalt der
Gruppe und das Zugehörigkeitsgefühl stärkende Funktion.
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=wql8L2rhzgI
Mattenenglisch.
Am Aare-Ufer unterhalb Bern lag ein
kleiner Hafen unweit der „Inneren Enge“. Die „Matte“ war ein Quartier in dem
hauptsächlich ärmere Familien wohnten. Zudem bevölkerten Durchreisende,
Schiffer, Flösser, Handwerker, Gaukler, Taschenspieler, Gauner und
Handelsreisende die Aare-Schlaufe. In der Matte herrschte ein babylonisches
Sprachengewirr, Jiddisch, Rotwelsch, Französisch, Hebräisch, Jenisch,
Griechisch, Italienisch usw. Die „Mätteler“ schnappten dieses und jenes fremde Wort
auf und konstruierten daraus eine Geheimsprache, die sie noch im Stile des „Pig
Latin“ durch eine kryptische Silbenrochade für Aussenstehende endgültig
unverständlich machten (siehe Film). Zum Ärger der bernischen Patrizier konnte
nun das Gesinde und die Taglöhner ungeniert vor ihren Herrschaften plaudern was
sie wollten ohne Sanktionen befürchten zu müssen (die Patrizier benutzten
längst, um ihre Intimsphäre zu schützen, eine „Geheimsprache“; das
Französische).
Andreas: Ändu ->Indu-e, Res -> Isre, Resu -> Isure, Resli -> Islire
Johanna: Hanne -> Innehe, Hannele -> Innelehe, Hanni -> Innihe,
Hanneli -> Innelihe,
Johanna -> Ie-ihe-inne
Bäregrabe: Irebe-ibegre
Quellen: http://www.margotmargot.ch/matteaen.html
http://www.meistereddy.ch/menglisch.htm
Ein bekanntes Beispiel für
Mattenenglisch ist „Tunz mer e Ligu Lehm“ (Gib mir ein Stück Brot). Der Beginn dieses
Satzes stammt von griechischen Wörtern ab: dos = gib, oligon = ein wenig.
„Lehm“ ist hingegen aus dem hebräischen lechem = Brot abgeleitet.
Jenisch.
Die Sprache der „Fahrenden“ war das aus dem Rotwelsch entsprungene Jenische. Die eigene Sprache festigte den Zusammenhalt der „Fahrenden Republik“ die in Österreich, der Schweiz, Deutschland, den Benelux-Staaten und Frankreich wechselnde Domizile hatte.
Erste Belege für die
Jenische Sprache finden sich in den „Baseler Betrügnissen“ von 1450, wo eine Wortliste
die Sprache wiedergibt, die sich mit dem noch heute gesprochenen Jenisch deckt.
Eine andere frühe Quelle
ist der „Liber Vagantorum“ von 1510. „Es beschreibt die Sprache als Medium des Rechtsbruchs
und die Sprecher als delinquent“ (Friedrich Kluge, 1901 (ND 1987), S. 175f).
Eine weitere Nennung findet
sich in einer „Diebsliste“ von 1716. Sie bezieht sich räumlich auf Schwaben,
die Aufgelisteten werden als „Rauber, Dieb, Beitel-Schneider und Jauners-Bursch
(Falschspieler)“ kategorisiert.
Mit Beutelschneider wurde
im Mittelalter ein Dieb bezeichnet, der den am Gürtel befestigten Geld- oder Almosenbeutel
samt Inhalt abschnitt. Das obrigkeitliche Etikett vom „herrenlosen Gesindel“
war darauf zurückzuführen, dass dieser Bevölkerungsteil rechtlich durch ein
flächendeckendes staatliches Betretungs-, Aufenthalts- und Duldungsverbot,
ökonomisch durch nur ambulant praktizierbare Nischentätigkeiten und
gesellschaftlich durch das Stigma des potentiellen Straftäters marginalisiert
war.
Die Schweiz erkennt seit ihrer Unterzeichnung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen das Jenische als Minderheitensprache an.
An Wallfahrten und Festen, zum Beispiel der Feckerchilbi in Gersau (Schweiz), treffen sich ortsfest, temporär ortsfest oder nicht ortsfest lebende Jenische. Diese Treffen sind wichtige Orte der Sprachpflege, des Spracherhalts und der jenischen Kommunikation über Familien- und Landesgrenzen hinweg.
Viele Worte aus dem Jenischen haben ihren Platz in der deutschen Umgangssprache gefunden. Im folgenden etwas künstlichen Text von Angelika Kopečný (1980, S. 173f.) zeigen sich die vielen Wortübernahmen aus dem Jenischen in Kursiv Schrift.
„Wenn ein kesser oder fieser Macker in die Kneipe
latscht, dort über die Saure-Gurken-Zeit
quasselt und sich über seine Maloche
beklagt. Wenn er dann noch einen Bullen
um Moos anhaut, der ganz ausgebufft gerade seinen Kiez abgrast und ganz im Eimer ist, weil er einen Bock auf Fusel hat, ist der Feez
vorbei. Es fetzt natürlich, wenn man
… den Pauker in der Penne verkohlt oder im Kittchen
pooft.“
Hörprobe: https://www.youtube.com/watch?v=aS0qUOSEyr8
Jiddisch.
Jiddisch (kurz für jiddisch-daitsch,
jüdisch-deutsch) ist eine rund tausend Jahre alte Sprache, die von den
aschkenasischen Juden in weiten Teilen Europas gesprochen und geschrieben wurde
und von einigen ihrer Nachfahren bis heute gesprochen und geschrieben wird.
Die aschkenasischen Juden trennten sich
16. Jahrhundert von den sephardischen Juden die auf die Iberische Halbinsel
weiterzogen. Beide Gruppen bildeten ihre eigene Sprache aus, die Sephardisten
das „Judenspanisch“, die Aschkenasi das „Jiddisch-daitsch“. Die hauptsächlichen Gebersprachen des bald
tausendjährigen Jiddischen sind nach allgemeiner Meinung das Germanische,
Hebräische, Aramäische, Romanische und Slawische.
Heute wird Jiddisch als Muttersprache
noch von aus Osteuropa stammenden betagten Juden, von einer kleinen, aber regen
Anzahl sogenannter Jiddischisten und ganz besonders von ultraorthodoxen
aschkenasischen Juden gesprochen.
Man schätzt, dass weltweit etwa eine
Million aschkenasischer Juden Jiddisch sprechen.
Das „Judendeutsch“ hat seine Spuren
auch in der deutschen Sprache hinterlassen:
Beispiele: Schlamassel, Massel,
meschugge, Mischpoke, Schickse, schikkern, Schmonzes, Schmonzette, Tacheles,
Stuss, Tinnef, Schtetl, Kassiber, Schmiere, Schmock, Haberer (ostösterr.
„Kumpel, Freund“), Ganove, petzen, Reibach, Kaff, Chuzpe.
Nimmt man alle vorhandenen etymologischen Wörterbücher zur Hand, findet man insgesamt 124 Jiddismen die in der deutschen Sprache vorkommen. Viele dieser Wörter sind aber letztlich hebräischen Ursprungs.
Noch einige bekannte Sprichwörter in
der Originalform:
Der mentsh trakht un got lakht. "Der Mensch denkt und Gott lacht."
Keyner zet nit zayn eygenem hoyker. "Keiner sieht seinen eigene
Buckel."
Bay nakht zenen ale ki shvarts. "Nachts sind alle Kühe schwarz."
Shtil vaser grobt tif. "Stille Wasser gründen tief."
Di tsayt iz der bester dokter. "Die
Zeit ist der beste Doktor“ (Zeit heilt alle Wunden).
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=msXoInq243c
Romani und Sintitikes.
Romani (auch Romanes genannt) ist die
Sprache der Roma, die zur indoiranischen Sprachfamilie wie Urdu und Hindi
gehört, die Ausgangssprache dürfte Sanskrit gewesen sein. Anfang des 13.
Jahrhunderts lösten sich die Roma vom indischen Subkontinent und wanderten westwärts.
Romani hat sich somit seit mehr als 800 Jahren unabhängig von anderen indischen
Sprachen entwickelt, davon seit mindestens 700 Jahren in Europa. Anfänglich
unterlag das Romani vor allem der Kontaktsprache Griechisch, wie es in der
byzantinischen Periode gesprochen wurde. Bei ihren Wanderungen nahmen die
teilnomadischen Roma Wortfetzen auf, die die indischen Erbwörter verdrängten.
Am Beispiel der Zahlwörter der Roma, an denen 10 Sprachen beteiligt sind,
erkennt man den Einfluss der verschiedenen Kontaktsprachen auf das indischstämmige
Romani.
Indische Erbwörter: jek = 1, dui = 2, trin = 3, schtar = 4, pansch = 5,
schob = 6, desch = 10, deschdejek = 10+1, deschde
dui = 10+2,
usw., bisch = 20, schel = 100.
Aus dem Griechischen: efta = 7, ochto = 8, enja = 9, trianda = 30,
saranda = 40, penda = 50.
Türkischen: doxan = 90
Ungarischen: seria, izero = 1000.
Alternative Zahlwörter:
Schwedischen: enslo
statt jek = 1
Lettischen: letteri statt schtar = 4
Estnischen: kuus statt schob = 6, seize statt efta = 7
Rumänischen: mija = 1000
Tschechischen: tisitsos = 1000
Deutschen: tausento = 1000.
Der Wortschatz des Romani ist also
stark von der Migration seiner Sprecher geprägt. Im Wörterbuch Romani-Deutsch-Englisch
(1994) haben sich nur noch rund 700 Lexeme indischen Ursprungs erhalten, ferner
aus der Anfangszeit der Migration rund 70 aus dem Persischen (noch weitgehend ohne arabischen Einfluss), 40
aus dem Armenischen und 230 aus dem Mittelgriechischen der byzantinischen
Periode.
Die Sinti sind eine Teilgruppe der
europäischen Roma, ihre Sprache (Sintitikes) ist eine Varietät des Romani. Sie
leben in Mittel- und Westeuropa sowie im nördlichen Italien und gelten als die
am längsten in Mitteleuropa lebende und als die grösste Roma-Gruppe. Das
Ethnonym „Sinti“ ist seit dem späten 18. Jahrhundert belegt. 1787 tritt es als
„Sende“ in der „Sulzer Zigeunerliste“ auf, dann 1793 als „Sinte“ in einer Darstellung
preussischer „Zigeuner“.
Die Sprache der Sinti zeigt an, dass es
sich bei ihnen um die älteste in deutsches Sprachgebiet zugewanderte Teilethnie
der Roma handelt.
Seit 1407 ist die Anwesenheit der Sinti
in Deutschland (Hildesheim) belegt. Bald wurden die „Zigeuner“ von Amtes wegen
verfolgt. Das Gesetz verlangte drakonische Strafen z. B. für unerlaubten
Grenzübertritt, da die Sinti nirgends ein Bleiberecht, eine Duldungsfiktion
oder eine Durchzugserlaubnis erhielten, waren sie zu fortlaufenden illegalen
Grenzüberschreitungen gezwungen. Die Strafe bei erstmaligen Verstoss gegen das
Einreiseverbot war ein „Staupenschlag“ (Auspeitschen am Pranger) bei der
zweiten Grenzübertretung wurde der
Eindringling gebrandmarkt und beim dritten Mal hingerichtet. Zum Glück fanden
die scharfen Gesetze häufig milde Richter. Mit „summarischen Prozessen“ verhinderten
sie die vorgeschriebenen Bestrafungen.
„Während in Frankreich bereits in der
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Staat angesichts der Erfolglosigkeit
seiner bisherigen Sicherheits- und Ordnungspolitik zur Domizilierung der „Bohémiens
ou Egyptiens“ überging, galt das in den Staaten des Alten Reichs verbreitete
Konzept der „Vertilgung“ bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist
jedoch festzustellen, dass es eine erhebliche Differenz zwischen Normsetzung
und Normumsetzung gab. Selbst in den Jahren rücksichtslosester Vorschriften gab
es immer zugleich auch die Vergabe von Pässen und Wohlverhaltensattestaten und
die grundsätzliche Möglichkeit, als „pardonierter Zigeuner“ in die
Mehrheitsgesellschaft zu wechseln“. (Ulrich Friedrich Opfermann, 1997)
Die Nazizeit war der absolute Tiefpunkt
für die Volksgruppe der Sinti. „Insgesamt wurden an die 15.000 Menschen aus
Deutschland zwischen 1938 und 1945 als ‚Zigeuner‘ oder ‚Zigeunermischlinge‘ umgebracht,
davon etwa 10.500 in Auschwitz-Birkenau.“ (Michael Zimmermann, 1996, S. 381)
Musik spielt im Alltag der Roma häufig
eine grosse Rolle, musikalische Darbietungen nehmen bei Festen in der Regel
eine zentrale Stellung ein. Sie ist also nicht eine Beschäftigung nur für einige
Musikenthusiasten, sondern tief in der Kultur verwurzelt und Teil der Alltagskultur.
Weil die Musik stets auch dem Broterwerb diente, nahm sie immer schon Elemente
aus den umgebenden Klienten-Kulturen auf. Es entwickelten sich als regionale
Varianten der Roma-Musik sehr unterschiedliche Stile und Instrumentierungen. In
Spanien, vor allem in Andalusien, haben die Kalé (Gitanos) den Flamenco stark
geprägt. International bekannt wurde Manitas de Plata. Als Jazz-Musiker
erlangte der französische Sinto Django Reinhardt internationalen Rang. Eine
grosse Zahl von Sinti-Musikern sah und sieht sich in dessen Nachfolge.
Heute ist in mehreren europäischen
Staaten (darunter auch Deutschland und Österreich) Romani eine offiziell
anerkannte Minderheitensprache.
Hörbeispiel (schöner Film): http://www.youtube.com/watch?v=Z7k14sEkUW8
Hörbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=t47806EtiIU
Zimbrisch.
Im 11. Jahrhundert flohen Bauern und Holzfäller aus
Bayern und dem Tirol vor der mittelalterlichen Bevölkerungsexplosion, die eine
schwere Hungersnot auslöste, über die Alpen und liessen sich in den unzugänglichen
Hochplateaus der venetischen Alpen nieder. Dort entstand ein
bayrisch-tirolerischer Dialekt; das Zimbrische. Von der Welt vergessen, hielten
die Zimbern beinahe tausend Jahre ihren Dialekt fast unverändert, er ist somit
die älteste, nur noch von wenigen Menschen gesprochene deutsche Mundart.
„Das echte Zimbrische besass durch seine
ungetrübten Vokale und Endsilben, durch die gerundeten Laute, die eigenen
Quantitäten und den schweren, feierlichen Tonfall eine erstaunliche Klangfülle“.
(Bernhard Wurzer, 1983)
Die Zimbern nennen ihre Sprache einfach nur „Ren
az be biar“ („reden wie wir“).
Zimbrisches „Vater unser“ Wörtliche
Übersetzung
Ügnar Bàatar, ba pist in hümmel, Unser Vater, wo bist im Himmel,
zai gahòlighet dar dain naamo, sei
geheiligt [der] dein Name,
as khèmme dar dain Regno, uns komme [der] dein
Reich (regno),
zai gamàcht bia du bill, sei gemacht wie du willst,
bia in hümmel, azò in d’éerda. wie
im Himmel, also in der Erde.
Ghitzich hòite ’z ügnar pròat Gib
uns heute [das] unser Brot
bon allen taghen, von
allen Tagen,
borghit ozàndarn d’ügnarn zünte vergib uns [anderen] unseren Sünden
bia bràndare borghéban wie wir
[andere] vergeben
bèar hatzich offéndart, wer hat uns Leid angetan (offendere),
mach as bar net bàllan in tentatziùum, mach uns
wir nicht fallen in Versuchung,
ma liberàrzich bon allen béetighen. sondern (ma) befreie (liberare) uns von
allem Bösen.
Hörbeispiel: http://youtu.be/9lB9qU8l-DE
Sprachwanderung und Vermischung.
Duden-Chefredakteur Werner Scholze-Stubenrecht hat
errechnet, dass „von den rund 140.000 Begriffen des heutigen Duden hat etwa
jedes vierte fremdsprachliche Wurzeln. Jeweils etwa 3,5 Prozent stammen aus dem
Englischen und dem Französischen. Jeweils etwa fünf bis sechs Prozent stammten
aus dem Lateinischen und Griechischen. Ein fortlaufender Zeitungstext erreicht
beispielsweise etwa 8 bis 9 Prozent Fremdwörter, werden nur Substantive,
Adjektive und Verben gezählt steigt der Anteil auf etwa 16 bis 17 Prozent.“
Einige wenige Beispiele von Latinismen:
Alternative, Amateur,
Aperitif, Brief, Büro, Zeremonie, Kalorie, Camping,
Kasino, Kultur, Dilettant, Diva, Doktor, Familie, Fenster,
Frucht, Gaudi, Gurgel, Horror, Industrie, Genie, Jux, Likör, Luxus, Mantel, Demenz,
mollig, Moral, Orient, Pelz, Speise, Perücke, Pflanze, Prater, privat,
Querulant, Radieschen, Rosen, Seide, Seife, Satire, seriös, Sex, Sekt, sauber,
Socken, Wein.
Weitere Latinismen (mit Wurzelwörtern): http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Lehn-_und_Fremdwörter_im_Deutschen
Gräzismen (griechische Fremdwörter).
Monarchie, Ballett, Problem, Bar, Bibel,
paradox, Elektrizität, Erotik, exotisch, Homosexualität, Idee, Idiot, Kino,
Kosmetik, Melodie, Meter, Pantomime, Parodie, Telefon, Pirat, Plastik, Poesie,
Polizei, praktisch, Horoskop, Atom, Utopie, Zoo, Tragödie, Tisch, Rhinozeros,
Orchester, Musik, Katalog, Klima, Grafik, Cannabis, Christus, Butter, Anekdote,
Autopsie.
Weitere Gräzismen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Gräzismen
Arabismen.
Auch aus dem Arabischen sind Begriffe ins
Deutsche gewandert, wenn auch einige Wörter eigentlich arabische Gräzismen
sind.
Admiral, Algebra, Alkohol, Baklava, Borretsch,
Chemie, Gamasche, Gitarre, Haschisch, Kaffee, Kaliber, Kamel, Kebap, Koffer,
Minarett, Mokka, Moschee, Nadir, Scheich, Zenit, makaber, Matratze, Sofa,
Tarif, Zucker.
Weitere Arabismen (mit Quellwort) unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Arabismen
Germanismen.
Auch aus dem Deutschen übernahmen anderen
Sprachen Fremd- und Lehnwörter. Nachfolgend einige wenige Beispiele:
Albanisch:
Auspuh – Auspuff / banknotë – Banknote / gepek –
Gepäck / muzikant – Musikant / shnicel – Schnitzel / slitë – Schlitten / tankshtell
– Tankstelle / valcer – Walzer / shrafciger – Schraubenzieher / lajtmotiv –
Leitmotiv.
Arabisch:
رايخ (raaych) – Reich; gemeint ist das Deutsche Reich
باغر (bagger) – Bagger (Syrien)
بيرة (biira) – Bier
هرش (hirish) – Hirsch; umgangssprachlich für Wild
Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
("h" entspricht
"ch", "š" wie "sch")
Anlaser – Anlasser / badekostim – Badekostüm / bluza – Bluse / cajti – die Zeiten / drek – Dreck / fergazer – Vergaser / ferije – Ferien / frizerski – Frisör / frštuljiti – verstehen / fušer – Pfusch / hoštapler - Hochstapler / kuplung – Kupplung / rikverc – Rückwärtsgang / šnicla – Schnitzel / špacirung – Spaziergang / vic – Witz, cu fuz – zu Fuss / pekar – Bäcker / šlager – Schlager / veker – Wecker.
Bulgarisch:
Auspuh – Auspuff / vunderkind – Wunderkind / flejta – Flöte / fojerwerk – Feuerwerk / kitch – Kitsch / lajtmotiv – Leitmotiv/ mjusli – Müsli / pauza – Pause poltârgajst – Poltergeist / shvester – Schwuler / shpion – Spion.
Dänisch:
besoffen – besoffen / bessermachen – einmischen / flygel – KonzertFlügel / gejst – Geist / liebhaver – Liebhaber / snitsel – Schnitzel / schæchte – schächten / schæfer – Schäferhund / polterabend – Polterabend / weltschmerz – Weltschmerz.
Englisch:
Ahnentafel / Angst / Konzertmeister / diktat - “Weary Iraq accepts UN diktat.” / Doppelgänger / Dummkopf / Entscheidungsproblem / Fahrvergnügen / Fest / fohn – Föhn / Fräuleinwunder – moderne Frau der 50er / Geist - Geist, Seele, Engel / Gemütlichkeit / God's Acre – Gottesacker / Götterdämmerung / Hände hoch / Hausfrau / Heiligenschein / Hinterland / Herrenvolk / Jugendstil / Kaffeeklatsch / kaputt / Katzenjammer / Kindergarten / Kitsch / Kummerspeck (Word of the Year 2011) / Künstlerroman / Lebensraum / Leitkultur / Lumpenproletariat / Müsli / Mummenschanz / Nacht und Nebel / Ostpolitik / Poltergeist / Realpolitik / Rosenkavalier / Schadenfreude / Schweinehund / Sprachgefühl / Umwelt / Weltanschauung / Weltschmerz / Zeitgeist / Zugzwang.
Französisch:
Bandonéon / Berufsverbot / benzine – Benzin / chopine – Schoppen / choucroute – Sauerkraut / ersatz – billiger Ersatz / fœhn / foudre –Fuder / Gemütlichkeit / gestalt – Gestalt / karcher – Hochdruckreiniger / képi – Kappe / Kitsch / Lehm / Leitmotiv / loustic – Witzbold; von: lustig / nouille – Nudeln / Poltergeist / rollmops – Rollmops / rösti – Rösti / schlague – Schlag / Schnaps / Stiefmutter / Sturm und Drang / valse – Walzer / Wienerli / schubladisation – Schubladisierung / Neinsager / Bloedmann / Heimweh / Fernweh / witz – sehr abwertender Witz.
Griechisch:
Alt – halt / kaput – kaputt / Kartofi – Kartoffel / kits – Kitsch / bira – Bier / Poltergeist / gastarbaiter – Gastarbeiter / pretsel – Brezel / snitzel – Schnitzel.
Italienisch:
Brindisi - bring dir’s (Trinkspruch) / chellerina – Kellnerin / ermellino – Hermelin / francobollo - Franko (Briefmarke) / guarnire – garnieren / Hinterland / laccamuffa – Lackmus / langravio – Landgraf / lista – Liste / minnesinghero - Minnesänger / ratto – Ratte / rubare – rauben / snello – behende / trincare – trinken.
Hebräisch
בירה (Bira) – Bier / שלוק – Schluck / / שניצל – Schnitzel / ביס
– Biss / פיינשמקר – Feinschmecker / שטרודל – Strudel; auch für @ / צימר
(Zimmer) – Fremdenzimmer. (Viele weitere Begriffe aus dem Jiddischen)
Japanisch
ainzattsu –
Einsatz in der Musik / arubaito – Arbeit / dopperugengā – Doppelgänger /
enerugī – Energie / enerugisshu – energisch / gemainshafuto – Gemeinschaft /
gipusu – (medizinischer) Gips / haimu – Heim / yanma – Jammer / kirushuwassa –
Kirschwasser / kontorabasu – Kontrabass / kuranke – Kranker / meruhen – Märchen
/ noirōze – Neurose / orugasumusu – Orgasmus / runpenpuroretariāto) –
Lumpenproletariat / tsaitogaisuto – Zeitgeist / wandāfōgeru –Wandervogel /
zawākurauto – Sauerkraut / yakke – Windjacke.
Finnisch
Besserwisser
/ bratwursti – Bratwurst / flyygeli – Klavierflügel / kippis – Prosit; von:
Kipp es / kahvipaussi – Kaffeepause / taskulamppu – Taschenlampe / mysli –
Müsli / polttarit – Polterabend / veto – Wette / lied – (deutsches) Lied.
Russisch
Achtung – Homosexueller (abwertend) / Bruderschaft /
burgomistr – Bürgermeister / buterbrod – Butterbrot / bjustgalter –
Büstenhalter / endschpil – Endspiel / gastarbajter – Gastarbeiter / knopka –
Knopf / maljar – Maler / mjusli – Müsli / Schnaps / Schrift / schpriz – Spritze
/ schtorm – Sturm / schtrejkbrecher – Streikbrecher / Traktor / traur – Trauer
/ Wunderkind / Zugzwang / Forel' – Forelle.
Weitere
Germanismen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Wörter_in_anderen_Sprachen#Andere_Sprachen
Deutsche
Begriffe nach Gruppen klassiert.
Germanismen
kommen in fast allen westlichen Sprachen und darüber hinaus vor. Der Begriff
„kaputt“ schaffte es bis Uganda, „Wandervogel“ sogar bis Japan. In ungefähr 40
Sprachen kommen Germanismen vor. Manchmal diente Deutsch auch nur als
Transfersprache, so verbreitete sie das französische „délicatesse“ in alle
Welt. Manchmal unterliegen die Lexeme einer totalen Sinnumwandlung, so z.B. geschehen
Anno 1784 als französische Soldaten zum ersten Mal in
einem deutschen Haus ein Oberlicht sahen. Ein Offizier zeigte auf das ihm
unbekannte Dachfenster und fragte: “Was ist das?“. Die umstehenden Soldaten
meinten nun ein Oberlicht heisse: „vasistas“. Bis heute ist diese Bezeichnung
in Frankreich in Gebrauch.
Die
Aufteilung in Wortgruppen kann Hinweise auf die Mentalität, sowohl des
Gebervolkes wie des Nehmervolkes aufzeigen. Einige Ausdrücke unterliegen dem
Soziolekt und werden deshalb nur von bestimmten Bevölkerungsschichten
verstanden und angewendet.
Die unten
angeführten Beispiele kommen alle in mehreren Sprachen vor, die militärischen
Ausdrücke meist nur in den Sprachen der am 1. und 2. Weltkrieg beteiligten
Völker.
Militärisches
Deutsch.
Führer, Nazi, Bunker, Panzer, Blitzkrieg,
Herrenvolk, Marsch, Kriegsspiel, Luftwaffe, Reich, Anschluss, Diktat, Zugzwang,
Sturmangriff, Schadenfreude.
Das Deutsch der Philosophen.
Sturm und Drang (aufklärerische Literatur Phase), Weltschmerz, Zeitgeist, Weltanschauung, Leitmotiv, Geist, Künstlerroman, Kobold, Poltergeist, Wunderkind, Besserwisser, Neinsager, Doppelgänger.
Küchendeutsch.
Delikatesse, Bier, Schnitzel,
Eisbein, Brezel, Müesli, Strudel, Sauerkraut, Kirsch, Bratwurst, Rollmops, Rösti,
Schlag(sahne), Kartoffel, Speck, Hackfleisch, Nudeln, Meerrettich.
Deutsche Gemütlichkeit.
Krummhorn, Glockenspiel, Hammerklavier, Kontrabass, Flöte, Lied, Schlager, Bier, Lustig, Gemütlichkeit, Polterabend, Walzer, Kindergarten, Kirmes, Bürgermeister, Bergsteiger, Edelweiss, Jodel, Kitsch, Witz.
Gastarbeiter.
Neben Begriffen aus der Arbeitswelt haben sich in den klassischen Gastarbeiterländern (ausser Italien) vor allem Bezeichnungen rund ums Auto eingebürgert.
Schiebedach, Kupplung, Anlasser, Scheibenwischer, Rückwärtsgang, Pedal, Auspuff, Autobahn, Geschäft, Schraubenzieher, Bohrmaschine, Kaputt, Maler, Lackierer, Schlosser, Zeitnot, Meister, Streikbrecher, Lumpenproletariat, Schwitzen, Eisberg, Stempel, Heimweh, Wecker, Fertig.
Hof und Hund.
Hab und Gut, Burgfräulein, Kammerdiener, Hochstapler, fälschen, Landgraf, Zeremonienmeister, Gärtner, Hauswart, Kaiser, Nachtwächter, Schäferhund, Spitz, Dackel, Dobermann, Riesenschnauzer, Hundekommando, Sitz, Halt, Bleib, Steh, Auf, Such, Fuss, Apport, Hier, Aus.
Internationale Helvetismen
Vom (Hoch-) Alemannischen Schwyzertütsch, mit nur ca. 4 Mio. Muttersprachlern, stammen teilweise weltweit benutzte Begriffe wie:
Müesli (fälschliche Weise Müsli geschrieben),
Putsch (aus
dem Luzernischen: stossen, zusammenstossen)
Föhn (gemeint ist Haartrockner)
Store (Jalousie)
Rösti
Wienerli
In Schweden verwendet man für
den verdeckten Recherchestil in der Art von Günter Wallraff das Verb „wallraffa“.
Wortverdrehungen.
Seit der Entstehung der verschiedenen Sprachen in Europa, gab es auch einen regen Austausch von Wörtern, die meist etwas Neues, in der eigenen Kultur nicht vorhandenes bezeichneten. So musste logischerweise erst bei der Einführung des Rades, ein Wort dafür gefunden werden. Aber meist wurde die bestehende Bezeichnung übernommen, weshalb es zu verschiedenen Wortgleichungen in den europäischen Sprachen kam.
Kreative
Sprachmanipulationen durch den Volksmund, ergaben neue Wortgebilde die eigene
Klassen beanspruchen.
Unechte
Wortschöpfungen.
Die Gruppe der Pseudo-Anglizismen macht den grössten Teil der bedeutungsverschobenen Fremdwörter aus. Zum Beispiel, wird der Begriff „Handy“, weder in England (mobile) noch in den USA (cell) für Mobiltelefone gebraucht.
Auch
„Smoking“ kommt im englischen Vokabular mit dieser Bedeutung nicht vor. „Tuxido“
nennen ihn die Amerikaner, „Dinner Jacket“ die Britten.
Ein
anderes Beispiel ist „Beamer“ als Synonym für „Video-Projektor“. In der
US-amerikanischen Umgangssprache bezeichnet „beamer“ aber einen BMW, in Grossbritannien
ist das Wort ein Fachausdruck für eine bestimmte Art des Wurfs beim Cricket.
Ein Video-Projektor heisst im Englischen „video projector“ oder „digital
projector“.
Der
Begriff „Oldtimer“ für ältere Autoraritäten, bedeutet im englischen Sprachraum
„alter Mann“. Englisch: „vintage car“ oder „antique car“
Falscher
Freund.
Als falschen Freund bezeichnet man ein Paar aus einem fremdsprachigen Wort und einem Wort der Muttersprache, das sich in Schrift oder Aussprache ähnelt, jedoch in der Bedeutung deutlich unterscheidet. Also lässt sich nicht jede phonetische oder grammatikalische Übereinstimmung, auf ein indogermanisches Wurzelwort zurückführen.
Falscher Freund Richtige Bedeutung Übersetzung
Falscher Freund
hose Hose (Wasser-)Schlauch pants, trousers
hateful
hasserfüllt abscheulich full
of hate
underarm Unterarm Achselhöhle forearm
eagle Igel Adler hedgehog
curious
kurios neugierig weird, strange
dutch deutsch holländisch, niederländisch german
fan Fan, Anhänger Ventilator fan
public
viewing Public Viewing öffentliche
Aufbahrung public screening
eines Leichnams
schmuck Schmuck
Trottel,
Schwachkopf jewel(le)ry
gift
Gift Geschenk poisen
undertaker
Unternehmer Totengräber entrepreneur
Bei häufiger und dauerhaft falscher Verwendung kann ein Wort aber auch die ursprüngliche Bedeutung aus der anderen Sprache übernehmen, und die Falscher-Freund-Übersetzung wird so zum Standard: Zum Beispiel wird „realisieren“, was im Deutschen bis vor einiger Zeit nur die Bedeutung „verwirklichen, umsetzen“ hatte, heute mindestens ebenso häufig im Sinne von „wahrnehmen, bemerken, erkennen“ (wie engl. to realize/realise) verwendet. Diese Bedeutung ist nunmehr auch vom Wörterbuch des Duden-Verlags anerkannt.
Auch
das Wort „geil“ hat eine bemerkenswerte Sinnveränderung erfahren, im
Mittelalter meinte der Begriff
„fröhlich“, später bezeichneten die Bauern aufgeschossene, aber magere
Pflanzen als „geil“, nachdem Goethe einem Faun ein „geiles Schwänzchen“ (Künstlers
Morgenlied) angedichtet hatte, wurde das Wort meist nur noch hinter
vorgehaltener Hand ausgesprochen, bis in den 1980er Jahren die Jugendlichen, um
die Elterngeneration zu schockieren und Aufmerksamkeit zu erlangen, bei jeder
Gelegenheit „geil“ ausriefen. Durch den überhäufigen Gebrauch des Wortes, ebbte
die provokante Komponente rasch ab und heute gilt „geil“ als Synonym für
„schön“ (Duden).
Auch aus dem
Schweizerdeutschen gibt es einen Falschen Freund im Deutschen. Der Begriff
„Müsli“ wird als Diminutiv von „Mus“ verwendet, im alemannischen Schwyzertütsch bedeutet Müsli aber eine
kleine Maus, Frühstücksflocken werden „Müesli“
(Birchermüesli) genannt. Leider ist dieser Falsche Freund bereits in ganz
Europa verbreitet.
Die „Unsichtbare
Hand“.
Die „unsichtbare Hand“ ist eine Metapher, die die Lenkung vieler absichtsloser Einzelleistungen ist, die zu dauerhaften Veränderungen führen können.
In der
Ökonomie ist es die „unsichtbare Hand“, die die Selbstregulierung des Marktes steuert.
Die Soziologie beschreibt damit Phänomene von ungewollt entstandenen Strukturen,
die jedoch aussehen wie von einer Planungsinstanz angelegt.
Prof. Dr. Rudi Keller`s
Trampelpfadtheorie beschreibt den Verlauf des richtigen Weges durch die
„unsichtbare Hand“. Keller beobachtete die Wege der Studenten über den Universitätscampus.
Da der Mensch aus Zeit- und Energieersparnis normalerweise den kürzesten Weg
wählt, entstanden auf den Rasenflächen Trampelpfade zwischen den häufigsten
Anlaufstellen der Studenten. Es zeigte sich klar, dass die Architekten, die
lange an der Wegführung gearbeitet hatten, nicht das Optimum erreichten, im
Gegensatz zu der Masse der Studenten die gedankenlos über den Rasen gingen und
so ungewollt einen neuen Weg schufen.
„Auch ein Autostau ist
demnach ein Phänomen dritter Art (unsichtbare Hand), bremsten die Fahrer doch
nicht deswegen ab, um eine Verstopfung der Strasse herbeizuführen. Jeder
bremste aus Sicherheitsgründen etwas stärker als der Vorausfahrende ab, bis
schliesslich ein Auto komplett stoppen muss. Niemand hat den Stau geplant (erst
recht nicht der zuerst bremsende) und doch herrscht Stillstand.“ (Rudi Keller,
2003)
In der Linguistik wird der
Sprachwandel durch die „unsichtbare Hand“ herbeigeführt. Ohne Absicht der
Sprechenden wandeln sich die jeweils gültigen Normen des Sprachgebrauchs in
einem evolutionären Prozess der unsichtbaren Hand. Was auf individuellen Ebenen
beginnt, weitet sich durch häufigen Gebrauch bestimmter Sprachformen weiter aus
bis sie zum Standard werden.
Franglais
In Frankreich wird von Staates wegen die Reinheit der französischen Sprache vor der Invasion von Anglizismen verteidigt. Direkt dem Premierminister unterstellt ist die federführende „Commission générale de terminologie et de néologie“. Sie beauftragt unterschiedliche Institutionen, wie die Académie française, Académie des sciences, Association française de normalisation (Afnor), l'Institut national de la langue française, Association Défense de la langue française usw., mit dem Aufspüren von Neologismen (Neuwörter) und der Schöpfung von französischen Synonymen. Bereits besteht ein Wörterbuch „franglais-français » mit über 8.000 Einträgen.
Beispiele:
computer ordinateur
software logiciel
SMS texto
serial killer assassin multirécidiviste
making of les coulisses du tournage
coming out confession
d’homosexualité
Burn-out syndrome d’épuisement professionnel
bike vélo
tout terrain
fast food restauration
rapide
(Wikipedia France: Franglais)
Loi de Toubon.
Schon
General De Gaulle stemmte sich vehement gegen das Einsickern von Anglizismen in
die Sprache der Grande Nation. Verständlich, nach den beiden Weltkriegen waren
über 2 Millionen Engländer längere Zeit in Frankreich stationiert und als
Befreier in engen Kontakt mit der Bevölkerung.
Der
französische Kulturminister Jacques Toubon erliess 1994 ein Gesetz (Loi de
Toubon, spöttisch: Loi Allgood), das die obligatorische Verwendung des
Französischen in allen Gesellschaftsbereichen stipulierte. Eine Verfassungsklage
wegen des Verstosses gegen das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit erreichte
aber, dass die Verpflichtung zum Gebrauch der französischen Ersatzwörter
gestrichen wurde.
So lange als Französisch
die beherrschende Weltsprache war (im 12. und 13. Jahrhundert, in der
Aufklärungszeit und zwischen etwa 1880 und 1940), wurden Anglizismen schneller
integriert. Bereits um 1710 wurden Begriffe wie: „baby“, „plaid“, „pickpocket“
oder „entertainment“ offiziell anerkannt. Napoleon 1er, legalisierte
„fashonable“ und „bitter“, obwohl auch in diesen Worten absolut
„unfranzösische“ Buchstaben und Buchstabenfolgen
vorkommen (k,w,y,ck,sh).
Arbeitgeber
die ihre Mitarbeiter zwingen z.B. englischsprachige Gebrauchsanweisungen für
ihre Arbeitsgeräte zu akzeptieren, werden immer häufiger gerichtlich verurteilt.
Wohin
die Verletzung solcher Bestimmungen führen kann, zeigt der (Extrem-)Fall von
Hunderten von Krebskranken in Epinal, die mangels einer Übersetzung der
Gebrauchsanweisung eines Apparates verstrahlt worden waren – für mindestens
sechs von ihnen mit tödlichem Ausgang.
Francisation.
Oft müssen die französischen Sprachwächter schnell reagieren, bevor sich ein englisches Unwort etabliert, oder gar, durch Anhängen lediglich eines französischen Suffixes, sich in die französische Sprache einschleicht.
Beispiele:
un rockeur francisation de l'américain rocker.
un rappeur est un chanteur de rap.
un
zappeur personne qui monopolise la
télécommande.
forwardé pour
avant.
travelingue pour travelling, abréviation française de travelling shot.
googler recherche
dans Google
le Ouèbe pour
le Web.
ouaouh
pour wow !, c'est-à-dire oh la la !
ou bravo.
le foute pour foot, abréviation française du jeu de football.
(Wikipedia
France: Franglais)
Réimporte.
Kurios sind Begriffe, die
als Gallizismen nach Grossbritannien auswanderten, und nun im neuen
Sprachgewand nach Frankreich zurückdrängen, jedoch von den französischen Behörden
abgewiesen werden.
So gründet der Begriff „mail“ auf dem französischen „malle-poste“ (Postkutsche), die Sprachwächter bestanden aber auf ihrer Wortschöpfung: „courrier électronique“ (courriel). Auch der Begriff „Budget“, der auf das Alt-Französische „bougette“ (Sack, Koffer) zurückgeht, durfte kein Revival feiern, er wurde durch "financement d'une action“ ersetzt.
Weitere englische Begriffe französischen Ursprungs:
challenge chalenge Herausforderung
marketing
marché Markt
management
ménagement Haushalt
tennis
tenez Halten
denim de Nîmes von
Nîmes
mayday
m'aider Hilf
mir (int. Notruf)
pony poulenet Kleines
Pferd
Moliere vs. Shakespeare.
Die Abwehrschlacht von
Molieres Sprachsoldaten gegen Shakespeares Eindringlinge ist kaum zu gewinnen,
denn das französische Volk entscheidet letztendlich welche Begriffe in die
Alltagssprache übernommen werden. Auch der „Petit Larousse“ (wie Duden) muss in
seiner Ausgabe 2014 ehemalige Unworte aufnehmen. So gewinnt das englische
„Speed dating“ den Kampf gegen „Rendevou rapid“, auch „Post“, „googler“, „forwardé“
sind konkurrenzlos. Der Versuch „Hot-dog“ in „chien chaud“ zu wandeln, fiel bei
den Franzosen als frivoler Witz durch.
Anhang
Makkaronische
Dichtung.
Der italienische Poet Tifi degli Odasi, lobpries 1492 in seinem satirischen Gedicht „Carmen maccaronicum“, die Armenspeise der Italiener, als wären Makkaroni eine lukullische Delikatesse. Neu war, dass er perfektes Italienisch mit fehlerhaftem Küchenlatein mischte. Diese Sprachverballhornung entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem neuen literarischen Genre; der „Makkaronischen Dichtung“, die sich bald in ganz Europa verbreitete.
1517, schrieb der Benediktinermönch,
einer der Hauptvertreter der satirischen Dichtung der Renaissance, Teofilo Folengo "Moscaea"
(Mückenkrieg), das komische Heldengedicht:
"Baldus", mit dem satirischen Epos „Orlandino“, machte er sich über
die Rolandsage lustig, unter dem vielsagenden Titel "Chaos del tri per
uno", schrieb er seine bewegte Lebensgeschichte auf.
In Deutschland musste der Dichter Johann Fischart, erst den Gattungsbegriff mit „Nudelverse“ eindeutschen, bevor er seine satirischen Verse veröffentlichen konnte („Jesuitenhütlein“).
Unter dem Pseudonym Gripholdus Knickknackius, schrieb ein niederdeutscher Autor mit „Floïa“ (ungefähr: „Flohiade, Flohepos“), eines der bekanntesten Werke deutsch-lateinischer, makkaronischer Dichtung.
Mittelalterliche, makkeronische Studentenscherze sind unter den Witzbolden der heutigen Latein-Studenten, immer noch hoch im Kurs.
Beispiele:
Caseus
vnd Schinckus die machen optime trinkus.
(Käse und Schinken, die machen schön durstig)
„Ite domum,
Schelmi! sonuit jam zwelfen ab uris.“
„Geht
nach Hause, Schelme! Es schlug bereits Zwölf von den Uhren.“
Nunc
habemus endiviam. – „Nun haben
wir den Salat“.
Vera
fides rara est. „Vera ist selten
treu“ (Wahre Treue ist selten)
Ova
alta fierent. (Eier, hoch, würden) – „Euer
Hochwürden“
Ovum, ovum, quid lacus ego! (Ei, Ei, was, See, ich) – „Ei, ei, was seh’ ich!“
Die te cane is caput. „Die Teekanne is’ kaputt.“
Diecu
rentum denserum. „Die Kuh rennt um den See rum.“
Hirundo maleficis evoltat. „Hie und da mal ein Fick ist eine Wohltat!“
(Korrektes Latein wäre Hirundo maleficis evolat. „Die Schwalbe
entfliegt dem Bösartigen“).
Oxdradium
„Ochs, drah di um!“
„Dunkelmänner-Briefe“.
Im Jahre 1511 wollten die Kölner Dominikaner alle jüdischen Schriften, insbesondere den Talmud verbrennen. Der Hebraist Johannes Reuchlin, setzte sich öffentlich vehement gegen die antijüdische Bücherverbrennung ein. Worauf ein zum Christentum konvertierter Jude, Johannes Pfefferkorn, auftauchte und fanatisch Partei für ein Verbot aller jüdischer Schriften und der Verbrennung auch des Talmuds ergriff. Der Streit zwischen Pfefferkorn und Reuchlin fand weitgehend in Form von veröffentlichen Schriften und Gegenschriften statt, die dank dem neuen Medium des Buchdruckes, vom Bildungsbürgertum im In- und Ausland gelesen und lebhaft diskutiert wurden. Während Reuchlin tatkräftige Unterstützung durch den Kreis der Deutschen Humanisten erhielt, unterstützten der Dominikanische Klerus und die universitären Scholastiker den ehemaligen Metzger Pfefferkorn.
1515 erschien ein Buch
eines anonymen Autors (sicher aus Humanisten Kreisen), das aus fiktiven Briefen
bestand, in denen der Konflikt zwischen den liberal gesinnten Humanisten und
den scholastischen, klerikalen Kräften, im Stile der „Makkaroni-Dichtung“ ad
absurdum geführt wird. Um die Geistlichen anzugreifen, werden ausführlich
Liebesabenteuer und Gelage im Kloster besprochen, jüdische Rituale verspottet
und herabwürdigend der Talmud verhöhnt. Trotz massloser Übertreibungen in den
satirischen „Dunkelmänner-Briefen“, erkennen manche der parodierten Dominikaner
den Witz nicht, und bestätigen öffentlich den Inhalt der Satire als ihre
wirkliche Meinung.
„Die spätscholastischen
Kleriker werden als unwissend, denkfaul, orthodox und eifernd hingestellt, als
philiströs-saturiert und auf sinnlichen Genuss bedacht; ihre Methode besteht
vor allem aus Zitieren (Bibel, Aristoteles, Lehr- und Handbücher sowie
bezeichnenderweise Ovids Ars amatoria).“ (Volker Riedel, 2000, S. 44.)
Ars amatoria (Liebeskunst)
schrieb der römische Dichter Ovid um das Jahr 1 vor Christus, als Lehrgedicht
in drei Bänden. Ganz praktisch erklärt er:
Wo kann ein Mann in Rom ein
Mädchen kennenlernen?
Wie kann ein Mann ihre
Liebe gewinnen?
Wie kann ein Mann sich
seine Partnerin erhalten?
Nachdem eine erste Veröffentlichung in zwei Büchern ein grosser Erfolg gewesen zu sein scheint, schrieb Ovid ein drittes Buch, das die drei Themen analog für Frauen behandelt.
Der Streit zwischen dem
Humanisten Johannes Reuchlin und dem dominikanischen Klerus, wurde auch zu Papst
Leo X nach Rom getragen. Wie der Medici-Papst entscheiden würde, war lange
unklar. Die bedrängten Dominikaner drohten ein Konzil einzuberufen, falls der
Papst sich gegen die Verbrennung aller jüdischen Schriften wenden sollte. Papst
Leo X, der selber ein ausschweifendes Leben führte (jagen, fischen, Maskeraden,
junge Frauen, auch hatte er seinen
Hofnarren stets dabei und liess ihn prügeln, sobald er nicht witzig genug
auftrat), verbot 1520 die Weiterverbreitung der aufrührerischen „Dunkelmännerbriefe“.
Weitere Scherzbriefe „ohne
Gefühl für Dezenz"
Nachfolgend ein Schreiben des
„frommen und unerschrockenen Bruder Tolletanus vom heiligen und unbefleckten
Orden des Augustinus“ an den „wahrhaft frommen Herrn Pater Richard Kalberstadt“.
Der Text ist eine Übersetzung ins Deutsche, da das Original sehr gute
Lateinkenntnisse erfordert. Achtung, dieser Scherzbrief wird auch als „rustice
obscena“ (Eduard Böcking) bezeichnet.
„Zwar brachten die „Dunkelmänner-Briefe“ die ganze Welt zum Lachen, aber nach dem römisch-katholischen Theologen und Orientalisten Johann Leonhard Hug, war es ein Machwerk „ohne Gefühl für Dezenz" (Erwin Keller 1974 S.81)“.
„Ich kann Dir nicht ohne grosse
Seelenqual für mich verbergen, geliebtester Bruder, was uns und den Angehörigen
unsers heiligen Ordens neulich in dieser Stadt zugestossen und vorgekommen ist.
Es ist nämlich bei uns im Konvent ein Bruder, den Du selbst kennst, ein Mann
von hervorragender Stellung, dem Kloster nützlich und dem ganzen Orden zur Ehre
gereichend: er hat eine sonore Stimme im Chor und kann auch gut Orgel spielen.
Derselbe kam unlängst ins Gespräch mit einer unserem Orden eifrig zugetanen
Gönnerin, welche damals auch eine schöne Frau war, sich jetzt aber von uns
abgezogen hat und eine böse Bestie geworden ist. Er sprach auch so viel, dass
sie auf die Nacht zu ihm in das Kloster kam und drei Nächte lang daselbst
verweilte. Auch kamen zu ihr zwei oder drei Brüder, waren lustigen Sinnes,
trieben allerlei Leichtfertigkeiten mit ihr, und sie stellten alle, wie am Codrus-Feste,
kräftig ihren Mann, sodass sie wohl zufrieden war.
Wie es nun Tag geworden war, dass sie
nach Hause gehen musste, da sagte er: »Komm' ich will dich hinauslassen; jetzt
sieht dich niemand« Hierauf erwiderte sie: »Gib mir vorher meinen Lohn für dich
und die andern alle«. Er: »Ich kann nicht für andere zahlen«.
Nun war an diesem Tag voller
Chordienst, und er hatte denselben zu leiten, musste daher in den Chor gehen
zum Beginn und Schluss der Horen. Sogleich kam er aber wieder zu ihr zurück im
Chorhemd und Dalmatika, spielte ihr auf die liebenswürdigste Weise zwischen
beiden Brüsten und auch gar artig im Schosse, sodass er sich keiner Bosheit von
ihr versah. Da läutete der Küster in den Chor, und er lief im Hemd ohne Hose
fort, um dem Gottesdienste beizuwohnen. Wie er nun zurückkam, war jene schlimme
Bestie schon auf die Strasse hinausgegangen und nahm ein gutes Oberhemd nebst
einer Kutte von gutem schwarzen Tuche mit sich. Bei ihrer Ankunft zu Hause
schnitt sie alles sogleich in Stücke, ohne Furcht, der Exkommunikation zu
verfallen, dass sie ein geweihtes Gewand zugrunde richtete. Da ward in Wahrheit
jener Spruch erfüllet: Sie haben meine Kleider unter sich zerteilet«. Da sind
nun so einige strengfromme Brüder da, welche behaupten, diese schlimme Bestie
habe in der Kuttenkapuze vierzehn Kronentaler gefunden, was - ach und wehe! -
immer verdammlich sei; allein der eine glaubt es, ein zweiter glaubt es nicht.
Als nun jener gute Bruder sah, dass er
in Schande und Schaden gekommen sei, ging er zum Stadtpedellen die neuen
Latinisten nennen ihn Viator - und sprach zu ihm: »Mein Lieber, gehe zu jener
Frau und sage ihr, sie solle mir meine Kutte verabfolgen lassen«. Der Pedell
entgegnete: »Ich mag nicht gehen, wenn du es sagst; wenn es aber der Amtmann
sagt, dann will ich gehen«. Da begab sich der Bruder ganz unüberlegter Weise,
in der von seinem Glaubenseifer ihm eingegebenen Voraussetzung, der Amtmann sei
ein Gönner des Ordens, zu diesem und brachte seine Klage vor. Dieser nahm eine
gerichtliche Verhandlung vor und liess sie herbeiholen, und als sie erschien,
fragte sie der Amtmann: »Warum hast du diesem hier seine Kutte hinweg
genommen?" Nun stand sie da und sagte ohne Scheu und Zurückhaltung alles, auch
wie sie drei Nächte in dem Kloster war, wie sie es ganz mannhaft mit ihr
trieben und ihr keinen Lohn gaben. Auf das hin wollte der Amtmann es dem Bruder
nicht so gut werden lassen, dass er seine Kutte wieder bekam, sondern sagte zu
ihm: »Ihr fanget viel an, gewiss wird es euch nicht immer so durchgehen; geh' du
in's Hundert-Teufels Namen und bleibe in deinem Kloster;« dabei gab er ihm
einen abweisenden Bescheid, und so ward denn der gute Bruder ganz beschämt und
geriet ausser aller Fassung. Auch verspottete man ihn, und nachdem man ihn
verspottet hatte, legte man uns das grosse Kreuz auf, dass wir bei schwerer
Strafe nicht ausserhalb des Klosters über die Strassen gehen durften.
Allein der hochwürdige Vater Prior war
nicht daheim, als dieses vorging; nach seiner Zurückkunft liess er aber die
ganze Sache an den hochwürdigen Vater Provinzial, unsern gnädigen Herrn,
gelangen - derselbe ist ein gelehrter, erleuchteter Mann, ein Weltlicht, der
bei zwei Disputationen sich wacker gegen die Ketzer hielt und sie alle
hinunterdisputierte, allein sie wollten ihm nicht glauben, diese Ungläubigen -.
Hierauf kam der hochwürdige Vater Provinzial ungesäumt in die Stadt, und
sicherlich waren er und der Prior schlecht zufrieden mit jenem Bruder, dass er
so unüberlegt sich an den Amtmann gewendet hatte: besser wäre es gewesen, wir
hätten ihm eine neue Kutte vom besten Tuche gekauft; allein er tat es aus
wohlgemeintem Eifer. Sogleich begab sich der Provinzial zu dem Amtmann und den
Ratsherren und bat sie, uns wieder die Erlaubnis zu erteilen, vom Kloster
wieder auf die Strassen zu gehen; er konnte aber nichts erreichen, denn alle,
der ganze Rat, sagten: das sei etwas unbedeutendes, dass wir nicht mehr
ausgehen dürfen; sie wollen uns einen Geschäftsführer - sie selbst nannten ihn
Kurator - bestellen, der über Einnahmen und Ausgaben des Klosters Rechnung
führen und uns nur das notwendige verabfolgen lassen solle. Fürwahr, wenn das
sein wird, dann wird es ein Ende haben mit der kirchlichen Freiheit, dann ist
es nichts mehr; der Teufel bleibe im Kloster - o, mein Bruder! - dahin ist es
mit uns im Leben gekommen! Wer konnte je diesen Schmerz ahnen, dass unsere
besten Gönner sich so von uns zurückziehen? Und in der Tat ist der hochwürdige
Pater Prior sehr niedergeschlagen, und war einige Tage lang vor Betrübnis
krank; heute aber sind es acht Tage, dass er nach der dritten Verdauung einen
bösartigen Schweiss hatte; nachdem er aber aufgestanden war zur Verrichtung
eines natürlichen Bedürfnisses, und eine sehr reichliche, nicht harte, sondern
dünne Entleerung gehabt hatte, da wurde es wieder besser mit ihm.
Er hat aber gute Hoffnung von seiten
einer Gönnerin des Ordens, die ihm gute Brühlein und Nonnenfürzchen u. dgl.
zuzurichten weiss. Liebster Bruder, wenn unsere Laien Herr sein werden, dann
werden sie alle uns auslachen; haben sie doch schon ein Sprichwort über uns
gemacht, das sie einem alten entnommen haben. In diesem wird von einem Leutpriester,
der gern guten Käse ass, gesagt, dass er, als er in der heiligen Nacht das
Osterspiel trieb und seine wohlmeinende Gönnerin ihm den guten Käse stahl, den
er bei seiner Rückkehr von dem Spiele nicht mehr fand, gerufen habe: »Bei den
heiligen Göttern, die Hure hat den Käse gestohlen! « So geht es jetzt uns: wann
wir von unseren Mauern, um uns zu trösten, in die Strassen hinaussehen, so
kehren die Leute das Sprichwort um, nicht, bloss einfach, sondern indem sie
etwas anderes dafür [d. h. statt: Käse] setzen, und rufen: »Hört, bei den
heiligen Göttern, die Hure hat eine Kutte gestohlen! Oh Frommer Bruder, auf
diese Weise müssen wir viele Qualen und schmerzliche Angriffe von jenen Laien
um unseres Ordens willen erdulden, und schon gehen jene Worte der Schrift in
Wahrheit an uns in Erfüllung: »Knechte herrschen über uns, und ist niemand, der
uns von ihrer Hand errette. Es sitzen die Alten nicht mehr unter dem Tor, und
die Jünglinge treiben kein Saitenspiel mehr-, unsers Herzens Freude hat ein
Ende, unser Reigen ist in Wehklagen verkehret«. Geliebtester Bruder, bitte Gott
für uns, dass er uns von den bösen Laien befreie. Was du aber auch tust, guter
Bruder, sieh dich wohl vor, dass jene verruchten Lotterbuben, die weltlichen
Poeten, von dem Inhalte dieses Briefes nichts erfahren: sie würden sonst über
uns schreiben. Lebe wohl und kerngesund, vielgeliebter, frommer Bruder! Gegeben
in unserem Kloster, am 8. des Monats Mai, i.J. 1537.
Wenn jemand diesen Brief durch seine Ausdrücke verbessern will, so kann er dies wohl; den Text der Begebenheit aber muss er unangetastet stehen lassen, denn er enthält (nur die lautere) Wahrheit. Niemand kann so schlimme Dinge schreiben; uns ist es noch viel schlimmer ergangen.“
Humanisten wie Erasmus von Rotterdam und Thomas Morus lobten den geistreichen Witz des Werkes. Martin Luther, nannte den unbekannten Verfasser einen „Hanswurst“. Er kannte wohl keinen Spass, wenn es um den antirömischen Kampf ging, obwohl Luther selber seine Reden ungewollt im makkaronische Stil hielt, er soll fortlaufend Deutsch und Lateinisch vermischt haben. Letztendlich schrieb er gar selber originale Nudelverse:
Qui non habet in nummis,
Dem hilft nicht, dass er
krumm is;
Qui autem fortisin summis,
Der macht grad was krumm
is.
Auch Goethe und Lessing
sollen heimlich makkaronische Verse gebastelt haben.
Die Tradition der
Makkaronischen Dichtung zeigt sich auch in Buchtiteln wie: Horribilicribrifax (Gryphius,
Andreas 1663), Lumpazivagabundus (Johann Nestroy, 1833). Auch modernere
Wortbildungen bedienen sich mit satirischer Absicht des Küchenlateins wie die
„Reductio ad Hitlerum“ von Leo Strauss (1953).
„Der eingebildete Kranke“.
Vorallem aber hat Moliére in seinem
„Eingebildeten Kranken“ die „Makkaronische Dichtung“ geschickt als
dramaturgisches Mittel eingesetzt. Im dritten und letzten Akt, in dem
verschiedene Ärzte sich vorstellen, und ihre Diagnose und Therapie anpreisen,
sprechen alle Akteure makkaronisch.
„Le malade imagienaire“ wurde 1945 von
Wolf Heinrich Graf Baudissin ins „Deutsche“ übertragen:
PRIMUS DOCTOR.
Si mihi
licentiam dat Dominus Praeses,
Et tanti docti
doctores,
Et assistantes
illustres,
Fragabo den gelehrten
Baccalaureum, den werten,
Fragabo causam
et rationem quare
Opium facit
dormitare.
BACCALAUREUS.
Mihi a docto
doctore
Fragatur causa
et ratio quare
Opium facit
dormire.
Worauf ego respondeo:
Quia est in eo
Virtus
dormitiva,
Cujus est
natura
Sensus
soporare.
CHORUS.
Bene, bene, bene, respondēre!
Dignus, dignus
est intrare
In nostro docto
corpore.
Bene, bene, bene, respondēre!
SECUNDUS DOCTOR.
Cum permissione
domini Praesidis,
Doctissimae
facultatis,
Et totius his
nostris actis
Companiae
assistantis,
Fragabo te,
docte Bacalaurée:
Quae sunt
remedia
Quae in maladia
Genannt
hydropisia
Convenit
facere?
BACCALAUREUS.
Clysterium setzare,
Nachher aderlassare,
Postea purgare.
CHORUS.
Bene, bene, bene, bene respondēre!
Dignus, dignus
est intrare
In nostro docto
corpore.
TERTIUS DOCTOR.
Si bonum dünkat
domino Praesidi,
Doctissimae
facultati,
Et companiae
praesenti,
Fragabo te,
docte Bacalaurée:
Quae remedia
eticis
Pulmonicis
atque astmaticis
Findas ratsam
facere? –
BACCALAUREUS.
Clysterium setzare,
Nachher aderlassare,
Postea purgare.
CHORUS.
Bene, bene, bene, bene respondēre!
Dignus, dignus
est intrare
In nostro docto
corpore.
QUARTUS DOCTOR.
Super illas
maladias
Doctus Bacalaureus
dixit res bellissimas.
Aber, si non
langweilo Dominum Praesidem,
Doctissimam
facultatem,
Et totam
honorabilem
Companiam auscultantem,
Faciam illi unam quaestionem.
Seit gestern maladus unus
Fallavit in meos manus;
Habet starkum Fiebrum cum Anfällis,
Starkum malum im Rückgrate
Et athmat cum difficultate.
Wollas mihi dicere,
Docte Bacalaurée,
Quid illi
facere?
BACCALAUREUS.
Clysterium setzare,
Nachher aderlassare,
Postea purgare.
QUINTUS DOCTOR.
Aber, si
maladia
Opiniatra
Non vult
recedere,
Quid illi
facere?
BACCALAUREUS.
Clysterium setzare,
Nachher aderlassare,
Reader lassare, repurgare, et
reclysterisare.
CHORUS.
Bene, bene, bene, bene respondēre!
Dignus, dignus
est intrare
In nostro docto
corpore.
Finem
Transeamus serioso
ad prossimumae
ad etiam curiosus
linguae mondialae.
Protosprachen und ihre Töchtersprachen.
Die meisten Altphilologen rechnen weltweit mit 16 Protosprachen, aus denen entstanden über mehrere Zwischenstufen alle Sprachen und Dialekte die es heute weltweit gibt.
Sprachfamilie Volksgruppen
indoeuropäisch Deutschen, Griechen, Inder, Italiener, Briten,
Schweden usw.
finno-ugrisch Finnen, Ungaren, Esten.
slawisch Russen, Polen, Ukrainer,
Kroaten, Serben usw.
indo-iranisch
Iraner (Perser), Pakistaner, Arier
(Inder).
turktatarisch Türken,
Kaukasier.
mongolisch Mongolen.
sinotibetisch Chinesen, Tibeter, Vietnamesen,
Kambodschaner usw.
ryukyu
Japaner, Okinawasen.
semitisch Araber,
Hebräer (Israeliten, Juden).
hamitisch Eritreer,
Somalier, Berber, Saharavölker.
afrikanisch Afrikanische
Völker.
malaisch Malaien,
Indonesier, Madagassen.
dravidisch Dravidas
(Ureinwohner Indiens) Tamilen.
papua Papuas,
Aborigines.
indianisch indigene
Bevölkerung in Amerika.
eskimo-aleutisch Inuit, Yupik, Inupiat, Inuvialuit, Kalaallit
Hörbeispiele:
Proto-Indo-European http://www.youtube.com/watch?v=YJ-Ru9djdmU
Gälisch Irland http://youtu.be/oE3e_AEbHJ4
Gälisch-Schottisch http://www.youtube.com/watch?v=6kZuBzY1iHc
Alt Ägyptisch http://youtu.be/_6dcDh4HSkw
Alt Griechisch http://youtu.be/Q3uo_08EIbc
Klassisches Latein http://youtu.be/6_IPqniaZR0
Althochdeutsch
http://www.youtube.com/watch?v=ZfrQ_M38_tM
Alemanisch http://youtu.be/wyN5bz1xaC0
Plattdeutsch http://youtu.be/hCRa2seiQb8
Baskisch http://youtu.be/I9Fw82uYw14
http://www.youtube.com/watch?v=kl8ZRCK7CuI
Bretonisch http://youtu.be/s47ljbRd3k8
Old English http://youtu.be/zfaEGU45lKA
Finnisch http://youtu.be/KbfV8vcnKFE
Ungarisch http://youtu.be/vWfWTxvu_8U
Estnisch http://www.youtube.com/watch?v=8RIuILWJHQs
Romani http://www.youtube.com/watch?v=Z7k14sEkUW8
Zimbrisch http://youtu.be/9lB9qU8l-DE
Rätoromanisch
http://youtu.be/x8uoIkAgsNk
Sanskrit http://youtu.be/kz-yT4MjSog
Yidisch-Deutsch
http://youtu.be/-qQSAEMq5ko
Informations-Quellen:
Institut für
Deutsche Sprache
http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/AADG/InhaltsVerzeichnis
Fryske-Akademy
Philosophische
Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/asw/startseite/
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/uploads/media/Sprachverfall.pdf
Universität
Frankfurt
http://titus.uni-frankfurt.de/indexd.htm
http://titus.uni-frankfurt.de/didact/zimbr/course2/erg2.htm
Prof. Dr.
Ernst Kausen, Sprachen & Sprachfamilien
http://homepages.thm.de/~hg8429/index.html
Dr. Wolfgang
Schindler, Einführung in die Sprachgeschichte.
Universität
Trier (Goethe Wörterbuch)
http://woerterbuchnetz.de/GWB/
Asociación Cultural Dnghu
http://dnghu.org/Indogermanische-Sprache-Europa/
Volltextbibliothek geschichtlicher Werke
The Tower of
Babel
http://starling.rinet.ru/downl.php?lan=en#dict
Indogermanisches
Wörterbuch
http://www.koeblergerhard.de/idgwbhin.html
Wikiling:
Wörterbücher aller indogermanischen Sprachen.
http://www.koeblergerhard.de/wikiling/idgs
http://www.koeblergerhard.de/wikiling/
Historisches
Lexikon der Schweiz:
Indogermanische
Ursprache.
http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Ursprache#Gemeinsamkeiten_der_Folgesprachen
Indogermanen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanen#historisch
Kurgankultur.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurgan-Hypothese
Indogermanische
Wortgleichungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Wortgleichungen
Sanskrit
http://de.wikipedia.org/wiki/Sanskrit
Sprache
allgemein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprache